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Samstag, 13. Dezember 2008

Tivoli live

Nach Touristenattraktion Nummer 1 folgt jetzt eine Touristenattraktion Nummer 2: der Vergnügungspark Tivoli.


Der Park wurde 1843 damals noch vor den Toren Kopenhagens eröffnet, heute liegt er gegenüber dem Hauptbahnhof und ist daher für Reisende nicht zu übersehen. Der Tivoli ist sicher einer der kleinsten Vergnügungsparks der Welt, dafür aber sicher auch der einzige mitten in einer Stadt.

Neben der Achterbahn und dem Freefalltower, die auf dem Bild zu sehen sind, gibt es noch einige weitere Fahrgeschäft unter anderem ein Riesen-Kettenkarusell und natürlich jede Menge Fressbuden ;) - jeden Tag Jahrmarkt also außer Januar bis April, dann hat auch der Park mal Pause.

Zu den schönsten Jahreszeiten im Tivoli gehört die Vorweihnachtszeit "Jul i Tivoli" (dt. Weihnachten im Tivoli), dann wird der Park ein einziges großes Wintermärchen mit Weihnachtsmarkt.

Freitag, 12. Dezember 2008

Kopenhagen für Touris I

Neben der kleinen Meerjungfrau …


… gibt es in Kopenhagen auch noch ein paar weitere wichtige Touristenattraktionen. Etwa den Wachwechsel der königlichen Garde, der jeden Tag um 12 Uhr stattfindet. Die Rekruten der Leibwache laufen dabei von ihrem Sitz am Rosenborgslot zum Schloß Amalienborg, um dort dann, bei zur Zeit eisigen Temperaturen, für einige Stunden Wache zu stehen.

Im Sommer diesen Jahres ist die königliche Leibwache 350 Jahre alt geworden und das war dem ZDF einen Beitrag in Europa heute wert. Denn Bericht könnt ihr hier sehen.

Natürlich habe ich auch ganz fleißig Fotos von den Jungs gemacht:

Samstag, 6. Dezember 2008

Dom zu Roskilde

Der Dom in Roskilde ist UNESCO Weltkulturerbe und furchtbar alt und ein riesen Ding.
UNESCO Weltkulturerbe ist der Dom unter anderem deshalb, weil seit Einführung der Reformation in Dänemark 1536 alle dänischen Könige (16 an der Zahl) und fast alle Königinnen hier beerdigt wurden. Auch der dänische König Harald Blauzahn und die Unionskönigin Margarete I. liegen hier begraben.
Die Kirche wurde 1280 etwa fertig gestellt und seit dem sind einige neue Anbauten an das Gebäude hinzugefügt worden, in sehr unterschiedlichen Stilen.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Odense

Dies ist der letzte Teil meiner Fünen-Reise anfang November. Nachdem wir in Odense schon zwei Museen besucht hatten, war jetzt noch ganz schnell, bevor es dunkel wurde, die Stadt selbst dran.

Odense ist die drittgrößte Stadt Dänemarks, hat eine Universität und eine sehr gute Kunst- und Designhochschule und viele hübsche Bauwerke. Die Stadt ist sehr alt, schon um 1000 finden sich erste Erwähnung in mittelalterlichen Dokumenten. Dem entsprechend reich gefüllt ist auch das örtliche Regionalmuseum.
Der bekannteste Sohn der Stadt ist Hans Christian Andersen. Es gibt noch einige andere Kinder dieses Ortes, aber wer nicht gerade Fan des dänischen Damenhandballs oder der Politik ist, kennt diese Namen eher nicht.

Hier also einige Impressionen aus der Stadt, die erst durch die Eisenherstellung wirklich groß wurde, und heute auf dem Sprung in das Dienstleistungszeitalter ist.

Donnerstag, 27. November 2008

Den Fynske Landsby

Wie sah so ein altes dänisches Dorf eigentlich aus? Wie lebten die Menschen im 19. Jahrhundert auf dem Land? Wie groß waren sie?

Wer solche Fragen hat, ist im Museum "Den Fynske Landsby" genau richtig. Die schönsten Bauernhäuser der Insel versammelt in einem Freilichtmuseum mit Schweinen, Gänsen, Hühnern und Katzen zum Anfassen.

Der Aufenthalt beginnt zunächst mit einem kurzen Film über die Geschichte der dänischen Bauernfamilie. Dabei lernt man dann, dass die Frauen durch die Mechanisierung zwar von ihrer schweren Arbeit befreit wurden, gleichzeitig aber auch an Bedeutung im Haushalt einbüßten.
Und dann gehts ab ins Dorf.

Dienstag, 25. November 2008

Faaborg bei Nacht und Tag

Faaborg war das Ende unseres ersten Tages auf Fünen. Dänisch Fåborg geschrieben, ist es ein kleines Städtchen im Süden der Insel Fünen mit gerade einmal 7500 Einwohner. Im Sommer ein Touristenmagnet und im Winter ein einsamer Fleck. Hier beginnen die Wanderrouten entlang der südfünischen Küste und der dänischen Südsee.

Donnerstag, 13. November 2008

Gudme

Gudme ist ein Name, den noch niemand wohl jemals gehört hat. Vor dem vergangenen Sommersemester ging es mir da genauso, aber dann habe ich eine Hausarbeit über diesen kleinen Ort mitten in Fünen geschrieben. 21 geschriebene Seiten später kann ich sehr, sehr viel über diesen Ort sagen.

Fangen wir beim Auffälligsten an: Dem Namen. Der Ortsname Gudme setzt sich zusammen aus den Wörtern Gott oder Götter (das ist heute nicht mehr nachvollziehbar) und Heim. Es ist also das Heim des Gottes oder der Götter. Noch interessanter sind aber die Namen der umliegenden "Berge", übersetzt heißen sie Tempelberg, Gott-/Götterberg und Opferberg.
Einige Forscher sprechen daher sogar von einer Sakrallandschaft.

Die nächsten Indizien, die beweisen das es sich bei Gudme um mehr handelt, sind die archäologischen Funde. Gudme war wohl von 100 v. bis 400 n. Chr. besiedelt.
Mit dem Schatz von Broholm 1833 begann die eigentliche Grabungsgeschichte der Region. Der Schatz besteht aus 4,15 kg Gold, die verarbeitet sind zu Ketten, Armringen und Münzen. Seit dem wurden über 1000 kg verarbeitetes Silber aus dem Boden geholt. Das Silber fand man vor allem in Form verschiedener römischer Münzen und als sogenannte Brakteaten. Brakteate sind germanische Münzen/Amulette mit figürlichen Darstellungen, die sehr stark an den Herrscherdarstellungen auf den römischen Münzen angelehnt sind.
Außerdem gibt es noch das Gräberfeld von Møllegårdsmarken auf dem sowohl Krügen aus regionaler Herstellung als auch römisches Glas gefunden wurden. Das spricht für sehr weitläufige Handelsbeziehungen der Ortsansässigen.

Den letzten Hinweis, den die Forscher 1993 fanden, ist die sogenannte Königshalle. Die dän. "Konge Hal" ist eine 47 m lange und 8-9 m breite Halle. Diese Ausmaße sind für ein Gebäude aus der damaligen Zeit unglaublich. Normale Häuser waren höchstens 20 m lang.
Ob es in Gudme aber einen König gegeben hat ist sehr umstritten. Die heutige Gemeinde Gudme würde es sicher sehr unterstützen als erstes dänisches Königreich zu gelten, aber beweisen lässt sich so etwas ohne schriftliche Quellen nicht. Und das ist die nächste Auffälligkeit: das Fehlen von schriftlichen Quellen. Daher bleibt Gudme vorerstmal ein archäologisches Rätsel.

Mittwoch, 12. November 2008

Fünen

Meine zweite Reise in diesem Semester ging vom 01. bis 02. November nach Fünen.

Fünen ist die drittgrößte Insel Dänemarks. Sie ist vor allem bekannt als Heimat von Hans Christian Andersen.
H. C. Andersen ist wohl der bekannteste Däne und einer der besten Märchendichter der Welt (Hier: einige Märchen kostenlos zum Anhören in Deutsch).
Aber Fünen ist, nach meinem Reiseführer, ein Kontinent. Im Süden liegt die sogenannte dänische Südsee und im Norden die rauhe Nordseeküste. Dazwischen jede Menge verwunschene Schlößchen und Wäldchen, kleine Fachwerkdörfer und Wiesen voll mit Kühen und Schafen. Fünen ist wirklich ein sehr hübscher Fleck.

Meine Reise beginnt mit unserer Anreise:

Samstag, 8. November 2008

Flensburg

So langsam näher wir uns dem Ende meiner Festlandreise vor zwei Wochen. Noch zwei Stationen gibt es zu bestaunen. Heute erstmal Flensburg.

Flensburg, die nördlichste Stadt Deutschlands, liegt direkt an der deutsch-dänischen Grenze und das nicht ohne Grund. War die Stadt, die von deutschen Autofahrern nicht geliebt wird, doch früher Teil des Herzogtums Schleswig.

Schleswig war ein sehr schwieriges Herzogtum, immerhin lebten nicht nur Dänen und Deutsche hier zusammen. Sondern nach dem "Aussterben" der Herzogsfamilie ging das Land an das dänische Königshaus. Das war aber problematisch, denn das Herzogtum war auch Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Ende vom Lied: der deutsch-dänische Krieg Teil II.

1920 nach dem ersten Weltkrieg wurde in Schleswig über die nationale Zugehörigkeit abgestimmt. Seitdem ist das Gebiet des ehemaligen Herzogtums geteilt in Nord- und Südschleswig.
Nordschleswig gehört zu Dänemark. Südschleswig ist heute der nördliche Teil des Bundeslandes Schleswig-Holstein.

Flensburg ist auch Sitz der europäischen Zentrale für Minderheitenfragen und das nicht ohne Grund immerhin leben hier schon jahrhundertelang unterschiedliche Nationalitäten und Sprachen zusammen. Neben der deutschen und dänischen Sprache gibt es auch noch friesisch und sønderjysk.

Donnerstag, 6. November 2008

Møgeltønder

Ein komischer Name: Møgeltønder. Irgendwo im Nirgendwo, nahe der deutsch-dänischen Grenzen liegt der kleine Ort. Ein großes Schloß gibt es dort! Denn ist Møgeltønder der Wohnsitz von Prinz Joachim von Dänemark und seiner Frau Marie Cavallier. Hier leben die beiden und vor allem hier haben die beiden im Mai 2008 geheiratet.
Bei schönem Wetter muß es dort traumhaft sein, leider war am Tag meines Besuches mieses. Daher stellt euch das ganze einfach bei Sonnenschein vor:

Dienstag, 28. Oktober 2008

Ribe - die älteste Stadt Dänemarks

Unsere letzte Nacht haben wir in der geheimnisvollen und sehr alten Stadt Ribe verbracht. Warum geheimnisvoll werdet ihr euch fragen …
… nun, als wir am Freitag, den 24. Oktober, dort ankamen, erzählte uns der Herbergsvater von einem Phänomen, das nur einmal im Jahr in Ribe auftritt: Die Stare sammeln sich zum Flug in den Süden. Aber sie sammeln sich nicht irgendwo, sondern in einem kleinen Feld bei Ribe. Sie sammeln sich hier an einem Tag Ende Oktober. Und der 24. war dieser Tag. Am 25. um 7 Uhr früh würden die Stare dann aufbrechen Richtung Süden.

Es war sehr beeindruckend zu sehen wie ganze Schwärme, hunderte von Vögeln, in einem kleinen schilffberandeten Feld verschwanden. Vor allem wie sie sich hinunter stürtzten oder in Spiralen zur Landung ansetzten. Mich erinnerte es sehr an Fischschwärme im Meer. Leider haben wir nur die Sammlung der Tiere gesehen, nicht aber ihren Abflug. Dafür haben wir in unsere letzten Nacht einfach zu lang gefeiert!

Rømø - Die Insel mit den zwei Ø

Ø [ø] das ist nicht nur ein Laut im Alphabet sondern heißt gleichzeitig auch Insel.
Und Rømø ist so eine Insel, genauer die südlichste dänische Wattenmeerinsel. Jedes dritte Auto auf dieser Insel hat ein deutsches Kennzeichen.

Eine richtige Insel ist Rømø eigentlich gar nicht mehr - denn mit dem Festland verbindet sie ein befahrbarer Damm, an dessen Seiten sich rechts und links schon die Wiesen ausdehnen auf denen Schaafe weiden. Denn wie jedes Monument, das den Fluß des Wasser bremst führt auch dieses zu Ablagerung von Sand. Schließlich hat das Wasser soviel Sand abgelagert, dass das neue Land nur noch bei Hochwasser überflutet wird. Sobald dieser Zeitpunkt erreicht ist fangen Pflanzen an sich anzusiedeln und die frischgewonnen Erde ergrünt.

Rømø ist berühmt für seinen langen und breiten Strand. Man kann bei Niedrigwasser unglaublich weit hinausfahren. Ja, fahren! Denn auf der Insel ist es erlaubt mit seinem Auto bis an die Wasserkante zu fahren: Wattenmeer und Naturschutz, hin oder her.

Hier ein paar Impressionen von der Insel:

Sonntag, 26. Oktober 2008

Legoland

Gestern bin ich von einer viertägigen Tour mit dem Internationalen Club der Universität Roskilde zurückgekommen. Wir waren auf dem Festlandteil Dänemarks Jütland oder in dänisch Jylland. Darüber werde ich euch im Lauf der nächsten Tage berichten, aber ich beginne am letzten Tag.

Gestern sind wir also bei strahlendem Sonnenschein nach Legoland Billund gefahren. Vielleicht kennt der eine oder andere noch Lego. Lego das sind die bunten Steine aus denen man Häuser, Zäune, Autos, Arztpraxen und in meinem Fall Pferdeställe gebaut hat, aber von denen man nie genug in der eben benötigten Farbe hatte.
Lego ist eine dänische Marke. Wie ich finde ist es bis jetzt auch immer noch eines der besten Kindespielzeuge der Welt, weil es dem Kind nicht aufzwingt was es tun muß, sondern es selbst entscheiden kann, was es und wie es das bauen möchte. Dieses Spielzeug stimmt also gut mit meiner politischen Einstellungen überein - sehr liberal ;)

Legoland ist toll! Nicht nur weil man Legosteine als Schlüsselanhänger mit Namensgravur kaufen kann, sondern auch wegen den begeisterten Kindern, den tollen Fahrgeschäften und dem geträunen Nachbau vieler dänischer und internationalen Symbole. Aber seht selbst:

Mittwoch, 15. Oktober 2008

In der Oper …

Für 110 DKK (etw. 15€) in die Oper. Das ist doch ein echtes Angebot, vor allem weil ich noch nie in einer Oper gewesen bin. Also nix wie hin in die Köngliche …
Die Oper liegt direkt am Wasser mitten im Kopenhagener Hafen und ist ein wahrer Prachtbau - wirklich ein schönes Haus. 2005 eröffnet, ist der Bau ein Geschenk der A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Stiftung an die Stadt Kopenhagen.



Heute abend stand La Traviata von Verdi auf dem Spielplan. Und das Stück war wirklich gut inszeniert, z. B. waren die Kleider der "Damen" in der dritten Szene sehr betonend oder auch die Strandhausatmosphäre in der zweiten Szene.
Nett war, dass sehr viele Besucher in den Pausen Kaffee getrunken haben. Da ich leider noch keine deutsche Oper besucht habe, weiß ich nicht ob das bei uns normal ist. Mir kam es etwas komisch vor, dass Menschen im Abendkleid lieber Kaffee als Wein trinken, aber vielleicht ist das hier so üblich.

Samstag, 27. September 2008

U-Bahn fahren

Nachdem ich euch gestern über das Zugfahren in Dänemark berichtet habe, will ich heute von meinen Erfahrungen mit der Kopenhagener U-Bahn erzählen und zeigen.
Die Kopenhagener Metro liegt tief unter der Stadt.


Zwei lange Rolltreppen muß man hinunter fahren und dann steht man auf dem Bahnsteig, aber hinter verschloßen Glastüren. So kann sich keiner vor der Zug werfen, den die Kopenhagener Metro fährt ohne Fahrer.
Die Metro Kopenhagen hat zwei Linien, die beide von West nach Ost führen und vor allem dazu dienen die Innenstadt Kopenhagens zu vernetzen.
Da die Metro wie gesagt ohne "Piloten" auskommt, erlaubt das dem Mitfahrenden ganz vorne zu sitzen und die Fahrt unter den belebten Straßen Kopenhagens direkt mit zu erleben.



PS: Ein Hinweis zur ZDF Mediathek: Roms Unterwelt-Schatzsucher in Zeitnot in der Suche eingeben. Ein sehr interessanter Bericht über die Probleme beim Bau einer U-Bahn wie der Kopenhagener, nur noch schwieriger. Immerhin geht es um Rom!

Freitag, 12. September 2008

Sømods Bolcher – kongelig hofleverandør

Sømods Bolcher liegt in einem Hinterhof, Nahe der Zugstation Nørreport, mitten in Kopenhagen. Von außen sieht der rote Laden eigentlich ganz unscheinbar aus, aber schon der Eingang verrät: hier wird eines der köstlichsten Geheimnisse des Königreichs hergestellt. Sømods Bolcher stellt die berühmten dänischen Bonbons her, aber nicht nur für normale Menschen – sondern auch für die Königin. Denn er ist der königliche Hoflieferant und das steht groß über dem Geschäft.


Innen geht es dagegen eher beschaulich zu, der Verkaufsraum sieht aus als hätte er sich seit der Gründung nicht verändert alles aus Holz, die Metalldosen in denen die Bonbons aufbewahrt werden: verbeult und angerostet. Die Kasse wie aus Urgroßmutterzeiten und an zwei Wänden hängen Schaukästen mit den über 60 Bonbonsorten, da steht man dann davor und muß sich entscheiden.


22,50 DKK kosten 100g, das sind rund 3€ für einen königlichen Genuß nicht viel. Abgewogen werden die Kostbarkeiten auf einer ganz alten Hauswaage mit Gewichten. Wenn man sich also endlich zwischen Lakritze, Ananas, Himbeere, Husten Bonbons, Flagge, Königs Bonbons, Bismarck und wie sie nicht alle heißen entschieden hat, dann sagt man gleich an wieviel Gramm man möchte.


Die Dame hinter dem Tresen ist schnell und weiß genau wo Bismarck- und Bananenbonbons stehen und mischt sie fröhlich zusammen, so viel man möchte.
Gerade sind wir am gehen, da kommt das Angebot doch bei der Herstellung zu zusehen. Hmm, sehr gerne.

Die braune heiße Karamellesoße ist schon auf der eingefetteten Arbeitsfläche ausgebreitet und als wir herein kommen, wird gerade eine rote Flüssigkeit darüber gespritzt und alte Bonbons dazugegeben. Danach wird der „Teig“ geteilt und darf etwas erkalten.
Im Anschluß wird die erkaltende aber noch sehr flüssige Masse kontinuierlich aufeinander aufgehäuft. Anstatt den Teig zu rühren, wird er immer wieder mit einem Spachtel von der Arbeitsfläche gekratzt und wieder oben auf die zähflüssige Masse darauf gehäuft. Wie ein zähflüssiger Vulkan sieht das ganze aus, weil es auch ständig wieder verläuft und so das ganze ziemlich schnell von braun zu rot vermischt wird.
Jetzt wird noch Aroma untergemischt und auf einmal duftet es in der ganzen Stube nach Ananas. Uns dämmert, dass sind trotz der rosa Farbe keine Himbeerbonbons - sondern Ananas.

Nun werden die Ventilatoren eingeschaltet, so dass die Bonbonteigmasse schneller abkühlt. Wie lang muß das früher wohl gedauert haben? Nun ist der Teig schon nach wenigen Minuten kalt genug um uns drei Stücke mit der Schere abzuschneiden – die Masse ist heiß und klebrig, man kann die Bonbons noch wie Kaugummi kauen. Während wir da stehen und nicht so recht wissen, ob wir die Rohbonbons lutschen oder kauen sollen, geht die Verarbeitung des Teigs schon weiter: je ein Mann wirft eine Teighälfte über einen riesigen Fleischerhaken, der an einem Stützbalken des Hauses angebracht ist.
Die Masse biegt sich unter ihrem eigenen Gewicht und wird von den Männern langgezogen, kurz bevor die Bonbonschnur droht zu zerreißen wird sie doppelt genommen und wieder über den Fleischerhaken geworfen, fast als würde man Gummiseile über einen Stab werfen.
Die süßen Seile sind schwer und nachdem sie nun lang genug in dünnere Seile gezogen worden sind, werden sie nun in kurze Schnüre zerschnitten und dann von einer uralten Maschine, die noch von Hand bedient wird, in handliche Stücke zerkleinert. Nun müssen die Bonbons nur noch abkühlen und sind dann bereit gekauft und gelutscht zu werden.


Die Sorten im Uhrzeigersinn: Flagge (schmeckt nach Himbeer), Bismarck (Pfefferminze), Husten Bolcher (Lakritze) und Ananas.

Sonntag, 7. September 2008

Dänische Exkursion

Für die einen war der erste September Labour Day, für die anderen der Start in den Unialltag und in eine spannende Einführungswoche, wie ich sie aus Tübingen nicht kenne.
Denn am Mittwoch stand eine kostenlose Exkursion durch Kopenhagen auf dem Wasser und zu Land an. Thema dabei war die Stadtentwicklung und -geographie der dänischen Hauptstadt.
Los gings per Boot um die neusten Ideen der Stadtplaner und Architekten zu begutachten. Hier einige Impressionen:




Dann zu Fuß. Zunächst aber Mittagessen in die Kantine der Kunst-, Musik-, Architektur- und Schauspielhochschule (habe jetzt hoffentlich nichts vergessen!) und hier gab es dann diesen grünen Kuchen - schmeckte besser als er aussah:


Frisch gestärkt begann nun ein etwa zweistündiger Fußmarsch durch die ebenfalls neuesten Projekte der hauptstädtischen Stadtplaner. Peter, unser Dozent, erzählte dabei von den aktuelle Diskussionen in Dänemark: etwa, ob man gläserne Designerhäuser fotografieren dürfte, weil das ja die Bewohner in ihrem täglichen Leben stören würde. Auch berichte er den dänischen wie ERASMUS-Studenten von dem Wunsch Kopenhagens in irgendeiner städtebaulichen Sachen: die tollste, schönste oder beste zu sein. Denn die Dänen fangen erst an energiesparend zu bauen und besonders hoch, tief oder sonst irgendetwas sind ihre Häuser auch nicht. Daher ist nun das Ziel, in irgendeiner Stadtbaudisziplin Weltspitze zu werden: wie wärs mit Glasfassaden?



Nach dieser Tour der neusten Stadtbauprojekte Kopenhagens gab es noch eine spezielle ERASMUS-Tour durch eines der touristischen Highlights Kopenhagens: Christiania. Da unser Dozent Peter hier selber zwei Jahre gelebt hatte, konnte er allerlei berichten, etwa darüber wie man in dem "Freistaat" überhaupt einziehen kann, denn Wohneigentum gibt es hier nicht:
Wenn jemand aus welchen Gründen auch immer aus Christiania auszieht, dann kann er nicht selbst darüber entscheiden wer sein Zimmer oder seine Wohnung übernimmt, das entscheidet die Gemeinschaft.
Zunächst muß man also als Einziehwilliger wissen wo etwas frei ist. Dann muß man bei dem Haus oder der WG anfragen, ob sie einen aufnehmen würden (gut ist daher, wenn man schon länger in Christiania gearbeitet hat und einen Fürsprecher im Haus hat). Das müßen die dann diskutieren und absolut einstimmig beschließen, dann kann man einziehen.
Alternativ und schneller kann man auch in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einen Bauwagen oder ein einfaches Häuschen irgendwo hinstellen. Früher war das problemlos möglich, heute bestehen auch die Bewohner von Christiania auf ihre Ausgleichs- und Grünflächen und zudem hat die Stadt Kopenhagen ein bisschen Einflußnahme zurückgewonnen und dieses schnelle Bauen aus Feuerschutzgründen verboten.

Christiania verfügt über eine eigene Währung Lon. Mit dieser werden alle Arbeiten innerhalb Christianias bezahlt und man kann nur damit einkaufen. Leider war ich in keinem Geschäft, so dass ich nicht sagen kann, ob man als Besucher nicht auch in Kronen zahlen kann. Auch Produzenten, die in Christiania etwas herstellen, zahlen einen prozentualen Anteil in die Gemeinschaftskasse ein. Manchen sind die "Steuern" aber zu hoch und so wird auch schon im dänischen Ausland produziert.

Der Verkauf von harten Drogen ist in Christiania verboten. Nur Haschisch, Alkohol und Zigaretten sind erlaubt und auch frei verkäuflich. Das mit dem Haschisch gilt aber nur für Christiania, denn sonst ist der Handel mit dieser Droge in Dänemark verboten.

Christiania hat nicht nur eine eigene Währung sondern auch eine eigene Post. Alle Bewohner Christianias haben ein und die selbe Adresse: man kann sich seine Post also entweder jeden Tag abholen oder den "staatlichen" kostenpflichtigen Auslieferservice nutzen.



Übrigens ganz sicher vor staatlicher Gewalt ist Christiania noch nicht - zu Straßenschlachten mit der Polizei kommt es bis heute immer wieder.
Mein Dozent hat erzählt, dass er vor ein paar Jahren Besuch von einem spanischen Geographie-Professor bekommen hatte. Diesem wollte er den Spiseloppen, das Restaurante in Christiania, zeigen. Als sie aber an die Kreuzung vor dem Eingang kamen, war da gerade eine Auseinandersetzung zwischen Bewohnern und Polizisten im Gange. Die beiden Männer haben trotzdem probiert sich daran vorbei zu schieben, was nicht geklappt hat. Stattdessen wurde der spanische Professor von der dänischen Polizei durchsucht, das konnte Peter natürlich nicht unkommentiert lassen und so landeten die beiden dann in Polizeigewahrsam - nicht lange, aber ins Restaurant kamen sie nicht mehr.

Der Eingang nach Christiania ist übrigens vor ein paar Jahren verlegt worden: von der Kreuzung (roter Kreis) in die Mitte des Straßenverlaufs (grüner Kreis).

(Quelle: maps.google.com/maps)

Dadurch kann die Polizei nicht so gut aufmaschieren, wenn es wieder Ärger geben sollte.

Sonntag, 24. August 2008

Drei wichtige Schlösser der Dänen

Heute zogen vier Deutsche aus um ein wenig mit der dänischen Geschicht vertraut zu werden. Unsere Reise begann am Schloss Fredensborg, dem Frühlings- und Herbstsitz der königlichen Familie.


Da wir dort nicht hinein durften, zogen wir weiter nach Frederiksborg Slot. Einem Schloss, dass auf drei Insel gebaut wurde. Die einzelnen Teil des Schlosses sind über Brücken miteinander verbunden.

Frederiksborg Slot


Nach einem Rundgang durch den Barockgarten des Schlosses, der bedeutenste seiner Art in Skandinavien …


… ging es weiter nach Helsingør. Von hier aus sind es nur noch wenige Kilometer nach Schweden, denn dies ist die engste Stelle des Øresund und die mußte bewacht werden. Sowohl von Kanonen und Schiffen als auch von der dänischen Sagenfigur Holger Danske, der wieder erwachen wird, wenn Dänemark in höchster Not ist. Doch hier gibt es noch mehr Geschichten: im Schloss Kronborg spielt das Shakespear Drama Hamlet.
Die Zollstelle bei Helsingør war jahrhundertelang eine der Haupteinnahmequellen des dänischen Staatshaushaltes. Immerhin gehörten beide Seiten des Sunds bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zu Dänemark. Erst im sogenannten Panikfrieden von Roskilde im Februar 1658 konnte der schwedische König Karl Gustav den südlichen Teil Skandinaviens zurückerobern.

Abgerundet wurde dieser Ausflug durch einen Besuch am nördlichen Ende der Insel Seeland: Gilleleje – dort gab es kein Schloss, einfach nur Strand und Meer.

Samstag, 23. August 2008