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Dienstag, 16. Dezember 2008

Erdbeden in Dänemark

Guten Morgen, heute um 06:20 hat hier die Erde gebebt und ich … habe mal wieder nichts bemerkt, wie immer - typisch! Wenn Facebook nicht wäre, hätte ich es nie mitbekommen.

Das Beben hat die Stärke 4,8 auf der Richterskala. Das letzte Erdbeben in dieser Stärke wurde in in der Region 1930 gemessen. Es war in weiten Teilen Dänemarks und Südschwedens zu spüren. Erdbeden kommen in diesem Teil der Welt sehr selten vor. Bis jetzt gibt es keine Meldungen über Personen- oder Sachschäden.

Weitere Infos: Erdbeben erschüttert Schweden und Dänemark (Die Süddeutsche)
Schwerstes Erdbeben in Schweden seit 100 Jahren (Die Welt)

Freitag, 14. November 2008

Svanninge Bakker

Nach unserem Besuch in Svendborg sind wir dann noch nach Svanninge Bakker gefahren.
Svanninge Bakker ist ein Naturschutzgebiet und Teil der "fünischen Alpen" einer Hügelkette, die sich quer über die Insel zieht.



Wie ihr den Bildern entnehmen konntet, ist es dort wirklich sehr hübsch. Allerdings fehlen jede Art von Wegmarkierungen, so dass ich immer ein bisschen Angst hatte wir könnten uns verlaufen. Das Gebiet ist nämlich sehr weitläufig. Aber wie ihr seht sind wir wieder heil angekommen.

Donnerstag, 13. November 2008

Gudme

Gudme ist ein Name, den noch niemand wohl jemals gehört hat. Vor dem vergangenen Sommersemester ging es mir da genauso, aber dann habe ich eine Hausarbeit über diesen kleinen Ort mitten in Fünen geschrieben. 21 geschriebene Seiten später kann ich sehr, sehr viel über diesen Ort sagen.

Fangen wir beim Auffälligsten an: Dem Namen. Der Ortsname Gudme setzt sich zusammen aus den Wörtern Gott oder Götter (das ist heute nicht mehr nachvollziehbar) und Heim. Es ist also das Heim des Gottes oder der Götter. Noch interessanter sind aber die Namen der umliegenden "Berge", übersetzt heißen sie Tempelberg, Gott-/Götterberg und Opferberg.
Einige Forscher sprechen daher sogar von einer Sakrallandschaft.

Die nächsten Indizien, die beweisen das es sich bei Gudme um mehr handelt, sind die archäologischen Funde. Gudme war wohl von 100 v. bis 400 n. Chr. besiedelt.
Mit dem Schatz von Broholm 1833 begann die eigentliche Grabungsgeschichte der Region. Der Schatz besteht aus 4,15 kg Gold, die verarbeitet sind zu Ketten, Armringen und Münzen. Seit dem wurden über 1000 kg verarbeitetes Silber aus dem Boden geholt. Das Silber fand man vor allem in Form verschiedener römischer Münzen und als sogenannte Brakteaten. Brakteate sind germanische Münzen/Amulette mit figürlichen Darstellungen, die sehr stark an den Herrscherdarstellungen auf den römischen Münzen angelehnt sind.
Außerdem gibt es noch das Gräberfeld von Møllegårdsmarken auf dem sowohl Krügen aus regionaler Herstellung als auch römisches Glas gefunden wurden. Das spricht für sehr weitläufige Handelsbeziehungen der Ortsansässigen.

Den letzten Hinweis, den die Forscher 1993 fanden, ist die sogenannte Königshalle. Die dän. "Konge Hal" ist eine 47 m lange und 8-9 m breite Halle. Diese Ausmaße sind für ein Gebäude aus der damaligen Zeit unglaublich. Normale Häuser waren höchstens 20 m lang.
Ob es in Gudme aber einen König gegeben hat ist sehr umstritten. Die heutige Gemeinde Gudme würde es sicher sehr unterstützen als erstes dänisches Königreich zu gelten, aber beweisen lässt sich so etwas ohne schriftliche Quellen nicht. Und das ist die nächste Auffälligkeit: das Fehlen von schriftlichen Quellen. Daher bleibt Gudme vorerstmal ein archäologisches Rätsel.

Mittwoch, 12. November 2008

Fünen

Meine zweite Reise in diesem Semester ging vom 01. bis 02. November nach Fünen.

Fünen ist die drittgrößte Insel Dänemarks. Sie ist vor allem bekannt als Heimat von Hans Christian Andersen.
H. C. Andersen ist wohl der bekannteste Däne und einer der besten Märchendichter der Welt (Hier: einige Märchen kostenlos zum Anhören in Deutsch).
Aber Fünen ist, nach meinem Reiseführer, ein Kontinent. Im Süden liegt die sogenannte dänische Südsee und im Norden die rauhe Nordseeküste. Dazwischen jede Menge verwunschene Schlößchen und Wäldchen, kleine Fachwerkdörfer und Wiesen voll mit Kühen und Schafen. Fünen ist wirklich ein sehr hübscher Fleck.

Meine Reise beginnt mit unserer Anreise:

Sonntag, 9. November 2008

Kolding

Heute also die letzte oder besser die erste Station meiner Reise durch Jütland. Da Jütland wie bereits geschrieben der Festlandteil Dänemarks ist, war unser erster Haltepunkt dort, natürlich eine Hafenstadt: Kolding

Kolding ist gar nicht so alt (12. Jahrhundert), aber sehr wichtig für den Verkehr. Denn wer immer auf die dänischen Inseln möchte, muß an Kolding vorbei. Egal, ob man aus dem Süden oder dem Norden Jütlands kommt und umgekehrt gilt natürlich dasselbe.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Ribe - die älteste Stadt Dänemarks

Unsere letzte Nacht haben wir in der geheimnisvollen und sehr alten Stadt Ribe verbracht. Warum geheimnisvoll werdet ihr euch fragen …
… nun, als wir am Freitag, den 24. Oktober, dort ankamen, erzählte uns der Herbergsvater von einem Phänomen, das nur einmal im Jahr in Ribe auftritt: Die Stare sammeln sich zum Flug in den Süden. Aber sie sammeln sich nicht irgendwo, sondern in einem kleinen Feld bei Ribe. Sie sammeln sich hier an einem Tag Ende Oktober. Und der 24. war dieser Tag. Am 25. um 7 Uhr früh würden die Stare dann aufbrechen Richtung Süden.

Es war sehr beeindruckend zu sehen wie ganze Schwärme, hunderte von Vögeln, in einem kleinen schilffberandeten Feld verschwanden. Vor allem wie sie sich hinunter stürtzten oder in Spiralen zur Landung ansetzten. Mich erinnerte es sehr an Fischschwärme im Meer. Leider haben wir nur die Sammlung der Tiere gesehen, nicht aber ihren Abflug. Dafür haben wir in unsere letzten Nacht einfach zu lang gefeiert!

Rømø - Die Insel mit den zwei Ø

Ø [ø] das ist nicht nur ein Laut im Alphabet sondern heißt gleichzeitig auch Insel.
Und Rømø ist so eine Insel, genauer die südlichste dänische Wattenmeerinsel. Jedes dritte Auto auf dieser Insel hat ein deutsches Kennzeichen.

Eine richtige Insel ist Rømø eigentlich gar nicht mehr - denn mit dem Festland verbindet sie ein befahrbarer Damm, an dessen Seiten sich rechts und links schon die Wiesen ausdehnen auf denen Schaafe weiden. Denn wie jedes Monument, das den Fluß des Wasser bremst führt auch dieses zu Ablagerung von Sand. Schließlich hat das Wasser soviel Sand abgelagert, dass das neue Land nur noch bei Hochwasser überflutet wird. Sobald dieser Zeitpunkt erreicht ist fangen Pflanzen an sich anzusiedeln und die frischgewonnen Erde ergrünt.

Rømø ist berühmt für seinen langen und breiten Strand. Man kann bei Niedrigwasser unglaublich weit hinausfahren. Ja, fahren! Denn auf der Insel ist es erlaubt mit seinem Auto bis an die Wasserkante zu fahren: Wattenmeer und Naturschutz, hin oder her.

Hier ein paar Impressionen von der Insel:

Samstag, 4. Oktober 2008

Nørrebro

Das Kopenhagener Stadtviertel Nørrebro (dt. nördliche Brücke) gilt als eines der Ausgehviertel der Stadt.

Im 18. Jahrhundert war dieser Teil der Stadt aber zunächst das Armen- und Handwerkerquartier. Denn das Viertel lag außerhalb der wohlhabenden Innenstadt, direkt an einem der Hilfsfriedhöfe. Auf diesem Ausweichfriedhof (Assistens Kirkegård) sind übrigens die beiden bekanntesten Männer Dänemarks beerdigt: Hans Christian Andersen und der Philosoph Søren Kirkegaard.

Doch ab Mitte des 19. Jahrhundert zogen auch die unteren Beamten und einfache Bürger hierher. Schnell setzte ein Bauboom ein und die Zahl der Bewohner stieg steil an, begünstigt durch die Industrialisierung Dänemarks.

Nach einem Beschluß aus den 1960 wurde das Viertel saniert. Ab 1970 begann man mit der Sanierung und als Folge davon auch mit dem Abriß von Häusern, dies führte zu massiven Unruhen. Auch heute noch ist das Viertel für seine Unruhen bekannt. Etwa im Dez. 2006 und im Frühjahr 2007 als es wegen der Schließung des Ungdomshuset (dt. Jugendhaus) zu Straßenschlachten zwischen Linksautonomen und der Polizei kam.

Am vergangen Freitag habe ich mich aufgemacht dieses Viertel etwas näher kennen zu lernen.
Auf der Karte könnt ihr meinen Weg folgen.



Ausgangspunkt dieser kleinen Tour war die Nørreportstation. Von dort aus bin ich die Nørrebrogade hoch gelaufen über die Nørrebro, das Herz des Viertels. Vorbei an Designershops für Lampen oder Stühle, an kleinen ökologischen Bäckereien, an Fotoläden und Brautshops. Und dann nach der Brücke zunehmend an billigeren Supermarktketten, Drogerien und Secondhand-Läden des Roten Kreuzes. Noch weiter die Straße entlang an arabischen Kleiderläden, türkischen Gemüseverkäufern und Dönerbuden.

Bis ich schließlich direkt am Friedhof auf den Jagtvej stieß. Den bin ich dann kurz entlang. Denn der Jagtvej ist schon lange kein Weg mehr, sondern eine dichtbefahrene Straße. Weiter in eine kleine grüne Nebenstraße und dann langsam zurück. Die Guldbergsgade wirkt wie ausgestorben, währen da nicht die vielen vielen Radfahrer, die aus der Stadt von der Arbeit kommen oder hineinfahren zum ausgehen, den immerhin ist es Freitag nach 17 Uhr. Alle anständigen Menschen sind beim Essen, denn die Menschen auf den Rädern sind ausschließlich junge Studenten.

Hier in der Seitenstraße parken viele schöne Autos: Audis, Mercedes, VW Golf; aber keine Rostlauben. Man merkt das alte Arbeiterviertel ist nicht mehr ganz billig, es gibt nur noch ein oder zwei kleine Märkte, die vierundzwanzig Stunden auf haben. Die Muslima, die mir begegnet sieht gehetzt aus. Aber aus der Eckkneipe hört man schon Stimmen. Also doch nicht so ausgestorben.

Die Häuser sehen alle gleich aus, auch wenn das Viertel durch die großen Straßen und die vielen Bäumen nicht nach Arbeiterviertel aussieht. Irgendwas aus dieser Zeit ist doch hängen geblieben. Und man kann noch sehr gut sehen, in welcher Zeit die Umgebung entstanden ist. Die Bunker sind zwar versiegelt, aber noch nicht aus der Welt. Diese Bunker wurden noch vor dem ersten Weltkrieg erbaut.

Zurück auf "dicht" befahrene Radfahrerstraße, auf der anderen Straßenseite eilt ein junges Paar mit Kind zu einer privaten Verabredung: er in Jeans und Jackett das Kind in eine einfache Decke gewickelt im Arm; sie im Pelzmantel mit Sektflasche in der Hand. Gegenüber dem Hauseingang in dem sie verschwinden, ein Haus mit Gartenlaube, die als Probewand für Graffitis gebraucht wurde.

So langsam nähere ich mich wieder den Straßen, wo nicht nur gewohnt sondern auch verkauft wird. 24h-Laden, neben Secondhand-Laden und dem ersten Shop eines jungen Modedesigners. Die Friseuse sitzt noch hinter der Kasse und macht Abrechnung. Gleichzeitig geht die Sonne unter und das staatliche dänische Radio DR baut in der Disko RUST gerade sein Equipment auf. Davor stehen drei große Übertragungswägen mit ausgefahrenen Antennen und am St. Hans Torv ist noch gar nichts los.
Der St. Hans Torv ist einer der Plätze für Nachtschwärmer in Kopenhagen und von ihm weg führt die Elmengade, hier gibt es einige schräge Kneipen, etwa "The Laundromat Café" (Café und Waschsalon in einem) und viele Sushi-Bars, außerdem das Øl, wo auch das Bier vieler kleiner dänischer und internationaler Brauerein ausgeschenkt wird.
Mitten über der Straße hängt ein Gummientchen in der Luft.
Und dann ist man schon wieder auf der Nørrebrogade im abendlichen Freizeitverkehr Richtung Innenstadt.

PS: Hier noch ein paar Bilder meines Ausflugs:

Samstag, 27. September 2008

U-Bahn fahren

Nachdem ich euch gestern über das Zugfahren in Dänemark berichtet habe, will ich heute von meinen Erfahrungen mit der Kopenhagener U-Bahn erzählen und zeigen.
Die Kopenhagener Metro liegt tief unter der Stadt.


Zwei lange Rolltreppen muß man hinunter fahren und dann steht man auf dem Bahnsteig, aber hinter verschloßen Glastüren. So kann sich keiner vor der Zug werfen, den die Kopenhagener Metro fährt ohne Fahrer.
Die Metro Kopenhagen hat zwei Linien, die beide von West nach Ost führen und vor allem dazu dienen die Innenstadt Kopenhagens zu vernetzen.
Da die Metro wie gesagt ohne "Piloten" auskommt, erlaubt das dem Mitfahrenden ganz vorne zu sitzen und die Fahrt unter den belebten Straßen Kopenhagens direkt mit zu erleben.



PS: Ein Hinweis zur ZDF Mediathek: Roms Unterwelt-Schatzsucher in Zeitnot in der Suche eingeben. Ein sehr interessanter Bericht über die Probleme beim Bau einer U-Bahn wie der Kopenhagener, nur noch schwieriger. Immerhin geht es um Rom!

Freitag, 19. September 2008

Aussichten

Das schönste nahe an der See zu wohnen ist die gute Luft und die fantastischen Sonnenuntergänge.
Von der guten Luft bekommen wir leider nicht so viel mit - dafür sind liegt das Korallen, mein Wohnheim, schon zu weit im Inneren, falls das in diesem Land überhaupt geht.
Aber die Sonnenuntergänge, die können wir auch von hier aus sehen und genießen:

Sonntag, 7. September 2008

Dänische Exkursion

Für die einen war der erste September Labour Day, für die anderen der Start in den Unialltag und in eine spannende Einführungswoche, wie ich sie aus Tübingen nicht kenne.
Denn am Mittwoch stand eine kostenlose Exkursion durch Kopenhagen auf dem Wasser und zu Land an. Thema dabei war die Stadtentwicklung und -geographie der dänischen Hauptstadt.
Los gings per Boot um die neusten Ideen der Stadtplaner und Architekten zu begutachten. Hier einige Impressionen:




Dann zu Fuß. Zunächst aber Mittagessen in die Kantine der Kunst-, Musik-, Architektur- und Schauspielhochschule (habe jetzt hoffentlich nichts vergessen!) und hier gab es dann diesen grünen Kuchen - schmeckte besser als er aussah:


Frisch gestärkt begann nun ein etwa zweistündiger Fußmarsch durch die ebenfalls neuesten Projekte der hauptstädtischen Stadtplaner. Peter, unser Dozent, erzählte dabei von den aktuelle Diskussionen in Dänemark: etwa, ob man gläserne Designerhäuser fotografieren dürfte, weil das ja die Bewohner in ihrem täglichen Leben stören würde. Auch berichte er den dänischen wie ERASMUS-Studenten von dem Wunsch Kopenhagens in irgendeiner städtebaulichen Sachen: die tollste, schönste oder beste zu sein. Denn die Dänen fangen erst an energiesparend zu bauen und besonders hoch, tief oder sonst irgendetwas sind ihre Häuser auch nicht. Daher ist nun das Ziel, in irgendeiner Stadtbaudisziplin Weltspitze zu werden: wie wärs mit Glasfassaden?



Nach dieser Tour der neusten Stadtbauprojekte Kopenhagens gab es noch eine spezielle ERASMUS-Tour durch eines der touristischen Highlights Kopenhagens: Christiania. Da unser Dozent Peter hier selber zwei Jahre gelebt hatte, konnte er allerlei berichten, etwa darüber wie man in dem "Freistaat" überhaupt einziehen kann, denn Wohneigentum gibt es hier nicht:
Wenn jemand aus welchen Gründen auch immer aus Christiania auszieht, dann kann er nicht selbst darüber entscheiden wer sein Zimmer oder seine Wohnung übernimmt, das entscheidet die Gemeinschaft.
Zunächst muß man also als Einziehwilliger wissen wo etwas frei ist. Dann muß man bei dem Haus oder der WG anfragen, ob sie einen aufnehmen würden (gut ist daher, wenn man schon länger in Christiania gearbeitet hat und einen Fürsprecher im Haus hat). Das müßen die dann diskutieren und absolut einstimmig beschließen, dann kann man einziehen.
Alternativ und schneller kann man auch in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einen Bauwagen oder ein einfaches Häuschen irgendwo hinstellen. Früher war das problemlos möglich, heute bestehen auch die Bewohner von Christiania auf ihre Ausgleichs- und Grünflächen und zudem hat die Stadt Kopenhagen ein bisschen Einflußnahme zurückgewonnen und dieses schnelle Bauen aus Feuerschutzgründen verboten.

Christiania verfügt über eine eigene Währung Lon. Mit dieser werden alle Arbeiten innerhalb Christianias bezahlt und man kann nur damit einkaufen. Leider war ich in keinem Geschäft, so dass ich nicht sagen kann, ob man als Besucher nicht auch in Kronen zahlen kann. Auch Produzenten, die in Christiania etwas herstellen, zahlen einen prozentualen Anteil in die Gemeinschaftskasse ein. Manchen sind die "Steuern" aber zu hoch und so wird auch schon im dänischen Ausland produziert.

Der Verkauf von harten Drogen ist in Christiania verboten. Nur Haschisch, Alkohol und Zigaretten sind erlaubt und auch frei verkäuflich. Das mit dem Haschisch gilt aber nur für Christiania, denn sonst ist der Handel mit dieser Droge in Dänemark verboten.

Christiania hat nicht nur eine eigene Währung sondern auch eine eigene Post. Alle Bewohner Christianias haben ein und die selbe Adresse: man kann sich seine Post also entweder jeden Tag abholen oder den "staatlichen" kostenpflichtigen Auslieferservice nutzen.



Übrigens ganz sicher vor staatlicher Gewalt ist Christiania noch nicht - zu Straßenschlachten mit der Polizei kommt es bis heute immer wieder.
Mein Dozent hat erzählt, dass er vor ein paar Jahren Besuch von einem spanischen Geographie-Professor bekommen hatte. Diesem wollte er den Spiseloppen, das Restaurante in Christiania, zeigen. Als sie aber an die Kreuzung vor dem Eingang kamen, war da gerade eine Auseinandersetzung zwischen Bewohnern und Polizisten im Gange. Die beiden Männer haben trotzdem probiert sich daran vorbei zu schieben, was nicht geklappt hat. Stattdessen wurde der spanische Professor von der dänischen Polizei durchsucht, das konnte Peter natürlich nicht unkommentiert lassen und so landeten die beiden dann in Polizeigewahrsam - nicht lange, aber ins Restaurant kamen sie nicht mehr.

Der Eingang nach Christiania ist übrigens vor ein paar Jahren verlegt worden: von der Kreuzung (roter Kreis) in die Mitte des Straßenverlaufs (grüner Kreis).

(Quelle: maps.google.com/maps)

Dadurch kann die Polizei nicht so gut aufmaschieren, wenn es wieder Ärger geben sollte.