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Mittwoch, 8. Oktober 2008

McDonald's i danmark

Jaja, McDonald's ist ungesund und teuer und sowieso nicht gut!
Nun teuer, dass wird in einem Land wie Dänemark, in dem man auf jeden Fall 25% Steuern auf alle Lebensmittel zahlt, sicher stimmen.
Das mit dem ungesund ist aber schon schwieriger, denn immerhin kann man hier zum Menu statt Pommes auch Mohrrüben wählen. Und das nicht nur zur Junior Tüte; auch der ausgewachsene Däne kann statt fettige Pommes zu mampfen an gesunden Möhrchen knabbern.

gulerod ['gulsdoːˀl] = dt. Möhren, Mohrrüben

Na, dann Velbekomme!

Donnerstag, 25. September 2008

Das Årsfest 2008

Die Dänen wissen zu feiern!
Der Abend begann mit einem gemeinsamen Abendessen im GeoInstitut - für mich zumindest. Andere Fächer, andere Feiern. Die Anglisten feierten beim gemeinsamem Dinner, während die Dänisch-Studenten gleich in die Party einstiegen.
In der Cafeteria der Geographen war das Buffet angerichtet. Thema war natürlich Geographie! Und das Buffet hatte einiges zu bieten: Vulkankuchen, Bodenprofil-Pudding,Weltkugelbrötchen, A-Horizont Nudelsalat, Brote, die aussahen wie Grönland und und und
Ab 10 Uhr verloren sich dann die Geographen in alle Richtungen und die echte Party begann … mit laut wummernden Bässe. Erstmal Zelte kucken gehen war angesagt:
vom Weihnachts- zum Valentinszelt und direkt daneben noch die Fischerkneipe, das 90. Jahre Zelt in dem die Backstreet Boys aber auch jeder Menge Techno lief, das Rockzelt mit der Himmel-und Hölle-Kneipe und natürlich die Mensa als Tummelplatz für Reggae- und Crossover-Fans mit leckeren Cocktails.

Eigentlich für jeden Geschmack was dabei und entsprechend wurde auch wild gefeiert:



Obwohl wir recht "früh" gegangen sind, habe ich doch das Ende des Årsfest 2008 mitbekommen als wäre ich dabei gewesen. Als ich nämlich um kurz vor 4 nach Hause kam, konnte ich feststellen was für eine super Anlage das Weihnachtszelt hatte. Text und Bass konnte ich trotz einiger Entfernung und geschlossener Türen hören und fühlen!
Echt eine gelunge Party - bin nächstes Jahr wieder dabei!

Freitag, 12. September 2008

Kepsejling 2008

Die Universität hat einen eigenen See, den Trekroner See, normalerweise leben dort einige Enten und eine Schwanenfamilien mit 4 Kindern. Doch am 11. 09. 2008 gehört der See den Häusern, so werden an der RUC die Insitute genannt. Denn die traten gegen einander an im mehr oder weniger fairen Ruderwettkampf, wobei Rudern sehr weit gefasst werden muß.

Wer gewonnen hat: keine Ahnung. Auf jeden Fall wurde bei der ersten Ausscheidung das Boot, das in Führung lag, durch Fans des Drittplazierten am Sieg gehindert. Macht nix, denn der eigentliche Sinne des ganzen war auch ein anderer: zusammen sitzen, in der Sonne liegen, snakker und vor allem Bier trinken.

Bier trinken gehört eh zum Unialltag: Donnerstag gibt es das Thursday Café und Freitags die Friday Bar. Beim Café gibts Kaffee und Bier, bei der Bar dann nur noch Bier - beide beginnen übrigens um 14 Uhr. Die richtige Einstimmung für ein feuchtfröhliches Wochenende.

Anbei noch einige Eindrücke des gestrigen Tages:

Sømods Bolcher – kongelig hofleverandør

Sømods Bolcher liegt in einem Hinterhof, Nahe der Zugstation Nørreport, mitten in Kopenhagen. Von außen sieht der rote Laden eigentlich ganz unscheinbar aus, aber schon der Eingang verrät: hier wird eines der köstlichsten Geheimnisse des Königreichs hergestellt. Sømods Bolcher stellt die berühmten dänischen Bonbons her, aber nicht nur für normale Menschen – sondern auch für die Königin. Denn er ist der königliche Hoflieferant und das steht groß über dem Geschäft.


Innen geht es dagegen eher beschaulich zu, der Verkaufsraum sieht aus als hätte er sich seit der Gründung nicht verändert alles aus Holz, die Metalldosen in denen die Bonbons aufbewahrt werden: verbeult und angerostet. Die Kasse wie aus Urgroßmutterzeiten und an zwei Wänden hängen Schaukästen mit den über 60 Bonbonsorten, da steht man dann davor und muß sich entscheiden.


22,50 DKK kosten 100g, das sind rund 3€ für einen königlichen Genuß nicht viel. Abgewogen werden die Kostbarkeiten auf einer ganz alten Hauswaage mit Gewichten. Wenn man sich also endlich zwischen Lakritze, Ananas, Himbeere, Husten Bonbons, Flagge, Königs Bonbons, Bismarck und wie sie nicht alle heißen entschieden hat, dann sagt man gleich an wieviel Gramm man möchte.


Die Dame hinter dem Tresen ist schnell und weiß genau wo Bismarck- und Bananenbonbons stehen und mischt sie fröhlich zusammen, so viel man möchte.
Gerade sind wir am gehen, da kommt das Angebot doch bei der Herstellung zu zusehen. Hmm, sehr gerne.

Die braune heiße Karamellesoße ist schon auf der eingefetteten Arbeitsfläche ausgebreitet und als wir herein kommen, wird gerade eine rote Flüssigkeit darüber gespritzt und alte Bonbons dazugegeben. Danach wird der „Teig“ geteilt und darf etwas erkalten.
Im Anschluß wird die erkaltende aber noch sehr flüssige Masse kontinuierlich aufeinander aufgehäuft. Anstatt den Teig zu rühren, wird er immer wieder mit einem Spachtel von der Arbeitsfläche gekratzt und wieder oben auf die zähflüssige Masse darauf gehäuft. Wie ein zähflüssiger Vulkan sieht das ganze aus, weil es auch ständig wieder verläuft und so das ganze ziemlich schnell von braun zu rot vermischt wird.
Jetzt wird noch Aroma untergemischt und auf einmal duftet es in der ganzen Stube nach Ananas. Uns dämmert, dass sind trotz der rosa Farbe keine Himbeerbonbons - sondern Ananas.

Nun werden die Ventilatoren eingeschaltet, so dass die Bonbonteigmasse schneller abkühlt. Wie lang muß das früher wohl gedauert haben? Nun ist der Teig schon nach wenigen Minuten kalt genug um uns drei Stücke mit der Schere abzuschneiden – die Masse ist heiß und klebrig, man kann die Bonbons noch wie Kaugummi kauen. Während wir da stehen und nicht so recht wissen, ob wir die Rohbonbons lutschen oder kauen sollen, geht die Verarbeitung des Teigs schon weiter: je ein Mann wirft eine Teighälfte über einen riesigen Fleischerhaken, der an einem Stützbalken des Hauses angebracht ist.
Die Masse biegt sich unter ihrem eigenen Gewicht und wird von den Männern langgezogen, kurz bevor die Bonbonschnur droht zu zerreißen wird sie doppelt genommen und wieder über den Fleischerhaken geworfen, fast als würde man Gummiseile über einen Stab werfen.
Die süßen Seile sind schwer und nachdem sie nun lang genug in dünnere Seile gezogen worden sind, werden sie nun in kurze Schnüre zerschnitten und dann von einer uralten Maschine, die noch von Hand bedient wird, in handliche Stücke zerkleinert. Nun müssen die Bonbons nur noch abkühlen und sind dann bereit gekauft und gelutscht zu werden.


Die Sorten im Uhrzeigersinn: Flagge (schmeckt nach Himbeer), Bismarck (Pfefferminze), Husten Bolcher (Lakritze) und Ananas.