Donnerstag, 25. Dezember 2008

Schneechaos

Die Meldung kennt man: Schneechaos in den USA. Alljährlich beglückt uns, schneelose Deutsche, diese Meldung in der Weihnachtszeit. Dieses Jahr durfte ich aber Teil des Chaos sein.
Am Freitag als Pierre und ich die Yale Universität erkundeten, fing es beim Mittagessen im Edwards College an zu schneinen und hörte nicht mehr auf. Das angekündigte Schneechaos war da! Am Abend hatten uns auch schon die ersten Schreckensgeschichten über Flug- und Zugverspätungen erreicht.
Bis jetzt hat sich der Schnee in New Haven vieler Orts noch immer gehalten. Die Amerikaner haben es auch nicht so mit dem Streuen ;)

Wenn es hier im Nordost der USA mal kalt ist, dann können damit – glaube ich – wirklich nur noch Finnen umgehen, obwohl ich mich gerade auf Höhe der Pyränen befinde. Die vergangen Tage in New York waren mit die kältesten, die ich je erlebt habe. Durch die geraden Straßen des Big Appels pfeift der Wind und lässt dem Menschen fast keine Möglichkeit zum vorwärts kommen. Da bleibt nur die Flucht ins Museum oder in einen der zahlreichen Starbucks …

Dienstag, 16. Dezember 2008

Warum bin ich so fröhlich, so fröhlich …

… so fröhlich, so fröhlich war ich nie! Dieses Lied aus der Kinderserie Alfred J. Kwak kann ich jetzt auch endlich wieder singen. Heute ist meine Semesterarbeit fertig geworden. Seit 5 Wochen gab es für mich eigentlich nur noch ein Thema "Nachhaltigkeit in der Stadt - Hedebygadekarréen in Kopenhagen". Auf 36 Seiten habe ich dieses Thema in der Theorie und am Beispiel bearbeitet und diskutiert.

Am vergangen Wochenende Dank der Hilfe meiner Eltern alles korrigiert – vielen herzlichen Dank an dieser Stelle nochmal – und heute auch noch die allerletzten Kleinigkeiten ausgebügelt. Endlich fertig!
Mein Schlafrythmus hatte sich, wie der so vieler hier, komplett verschoben. Das ist wirklich wahr, auf einer Geburtstagsfeier letzte Woche habe ich erfahren, das einige meiner Kollegen auch erst nachts um 5 Uhr ins Bett gehen und davor die ganze Nacht durcharbeiten.

Heute also früh ins Bett. Morgen Abgabe und dann endlich mal wieder entspannt nach Kopenhagen fahren und den Tag genießen. Juuh, Weihnachten kann nun kommen!

Erdbeden in Dänemark

Guten Morgen, heute um 06:20 hat hier die Erde gebebt und ich … habe mal wieder nichts bemerkt, wie immer - typisch! Wenn Facebook nicht wäre, hätte ich es nie mitbekommen.

Das Beben hat die Stärke 4,8 auf der Richterskala. Das letzte Erdbeben in dieser Stärke wurde in in der Region 1930 gemessen. Es war in weiten Teilen Dänemarks und Südschwedens zu spüren. Erdbeden kommen in diesem Teil der Welt sehr selten vor. Bis jetzt gibt es keine Meldungen über Personen- oder Sachschäden.

Weitere Infos: Erdbeben erschüttert Schweden und Dänemark (Die Süddeutsche)
Schwerstes Erdbeben in Schweden seit 100 Jahren (Die Welt)

Samstag, 13. Dezember 2008

Tivoli live

Nach Touristenattraktion Nummer 1 folgt jetzt eine Touristenattraktion Nummer 2: der Vergnügungspark Tivoli.


Der Park wurde 1843 damals noch vor den Toren Kopenhagens eröffnet, heute liegt er gegenüber dem Hauptbahnhof und ist daher für Reisende nicht zu übersehen. Der Tivoli ist sicher einer der kleinsten Vergnügungsparks der Welt, dafür aber sicher auch der einzige mitten in einer Stadt.

Neben der Achterbahn und dem Freefalltower, die auf dem Bild zu sehen sind, gibt es noch einige weitere Fahrgeschäft unter anderem ein Riesen-Kettenkarusell und natürlich jede Menge Fressbuden ;) - jeden Tag Jahrmarkt also außer Januar bis April, dann hat auch der Park mal Pause.

Zu den schönsten Jahreszeiten im Tivoli gehört die Vorweihnachtszeit "Jul i Tivoli" (dt. Weihnachten im Tivoli), dann wird der Park ein einziges großes Wintermärchen mit Weihnachtsmarkt.

Freitag, 12. Dezember 2008

Kopenhagen für Touris I

Neben der kleinen Meerjungfrau …


… gibt es in Kopenhagen auch noch ein paar weitere wichtige Touristenattraktionen. Etwa den Wachwechsel der königlichen Garde, der jeden Tag um 12 Uhr stattfindet. Die Rekruten der Leibwache laufen dabei von ihrem Sitz am Rosenborgslot zum Schloß Amalienborg, um dort dann, bei zur Zeit eisigen Temperaturen, für einige Stunden Wache zu stehen.

Im Sommer diesen Jahres ist die königliche Leibwache 350 Jahre alt geworden und das war dem ZDF einen Beitrag in Europa heute wert. Denn Bericht könnt ihr hier sehen.

Natürlich habe ich auch ganz fleißig Fotos von den Jungs gemacht:

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Sympathiebekundung auf dänisch

Heute morgen war im Deutschlandfunk zu hören, dass es europaweit Sympatiebekundung mit den meist jugendlichen Demonstranten in Griechenland gab.

Kopenhagen war natürlich mit vorne dabei. Etwa 150 Autonome haben sich gestern in der Nähe des Stadtzentrums getroffen. Der unangemeldete Demonstrationszug wurde aber schnell von der Polizei gestoppt und etwa 15 Demonstranten wurden bereits am Nytorv festgenommen. Einge Jugendliche sammelten sich aber nochmal am Rathausplatz und zogen die Vesterbrogade in Richtung Hauptbahnhof hinunter. Die anrückende Polizeit wurde mit mit Flaschen und Farbbomben beworfen (Im Deutschlandfunk war von Steinen die Rede). Daraufhin nahm die dänische Polizei alle Randalier fest.
Bilanz der Nacht: etwa 50 – 60 Autonome befinden sich in Polizeigewahrsam, Schäden an Geschäften hat es offentsichtlich nicht gegeben und Dänemarks autonome Szene hat mal wieder gezeigt, dass es sie noch gibt.



PS: Die bekannte eher konservative Zeitung Jyllands Posten ordnet die Krawalle übrigens nicht Inland oder Kopenhagen, sondern Kriminalität zu. Andere Themen in diesem Ressort heute morgen sind ein Überfall auf eine Spielhalle und zu schnelle Schnellboote.

Dienstag, 9. Dezember 2008

Wer sind diese lustigen Männchen?

Schon seit neun Tagen gibt es jeden Tag ein anderes lustiges oder hübsches Bild in "Min Julekalender" von einem kleinen Kerl oder einer Frau oder beiden zusammen auf diesem Blog zu sehen. Wer sind die kleinen Gestalten und was haben sie mit Dänemark zu tun?

Es sind Nissen! Nein, keine Kopfläuse, sondern kleine Gestalten, die zur Weihnachtszeit ihr Unwesen treiben, dem Weihnachtsmann helfen und dafür von den Familien mit Milchreis (dänische risengrød) versorgt werden. Sie leben vor allem auf dem Land und kümmern sich um die Tiere der Bauern.

Quelle: www.visitnordjylland.dk

In den Familien sind vor allem die Kinder dafür verantwortlich, dass der Julenisse oder schwedisch Tomte mit Nahrung versorgt wird. Geschieht das nämlich nicht spielt der Nisse, eine Art Kobold, der Familie Streiche.

Quelle: www.vejlebib.dk

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren nur männliche Nissen bekannt. Seit aber auch in der Welt der kleinen Geister moderne Zeiten angebrochen sind, gibt es auch immer mehr weibliche Nissen und natürlich Nachwuchs.

Wie alt die Nissen sind ist nicht bekannt. Es gibt aber Vermutung, dass Nisse nicht wie gerne geglaubt wird etwas mit dem Heiligen Nikolaus zu tun hat, sondern viel mehr mit dem Teufel. Der Teufel (dänisch djævel) wird nämlich ab und an auch der alte Niels (dänisch gammel Niels) genannt. Von Niels zu Nisse ist es sprachlich nicht ein so weiter Weg.
Denn die Geschichte der Nisse ist älter als die des Christentums in Dänemark. Daher kann es schon sein, dass es sich bei den Männchen und Frauchen in den grauen Kleidern mit den roten Mützen nicht unbedingt um Anhänger der christlichen Religion handelt. Vielleicht begleiten sie viel mehr Odin auf seinem Ritt mit dem Totenheer zwischen den Jahren.

Quelle: Dänische Botschaft in Berlin

Die roten Zipfelmützen heißen in Dänemark übrigens: nissehue.

Besonders Hinweisen möchte ich euch auf einen Text der Dänischen Botschaft in Berlin: Die Dänen haben einen Weihnachtskobold

Sonntag, 7. Dezember 2008

Filme über Dänemark

Habe gerade bei der Recherche über Dänemarks Energie- und Umweltpolitik eine Internetseite mit vielen kleinen Filmen über Dänemark gefunden.

Um die Filme zu sehen, einfach einen Film anklicken und unten in die Spalte ziehen – in der schon ein Film zu sehen ist –, dann noch die Sprache ändern und auf Play Liste drücken.
Viel Spaß beim Genießen und Erleben von Dänemark.

Samstag, 6. Dezember 2008

Dansk musik

Gerade eben habe ich noch einen sehr schönen R&B-Song in Dänisch bei Youtube entdeckt. Als kleines Nikolausgeschenk …

I Denmark jeg er født von Isam Bachiri



Wer erinnert sich noch an Aisha von Outlandish?
Outlandish ist eine dänische Band und Isam Bachiri einer von den drei Mitgliedern

PS: I Denmark jeg er født heißt: In Dänemark bin ich geboren …

Dom zu Roskilde

Der Dom in Roskilde ist UNESCO Weltkulturerbe und furchtbar alt und ein riesen Ding.
UNESCO Weltkulturerbe ist der Dom unter anderem deshalb, weil seit Einführung der Reformation in Dänemark 1536 alle dänischen Könige (16 an der Zahl) und fast alle Königinnen hier beerdigt wurden. Auch der dänische König Harald Blauzahn und die Unionskönigin Margarete I. liegen hier begraben.
Die Kirche wurde 1280 etwa fertig gestellt und seit dem sind einige neue Anbauten an das Gebäude hinzugefügt worden, in sehr unterschiedlichen Stilen.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Ein Husumer Protestschwein

Was sind den Protestschweine und wo liegt bitte Husum, frägt sich jetzt vielleicht der ein oder andere. Husumer Protestschweine sind eine ganz eigene Züchtung.

Quelle: wikipedia.de

Eine Züchtung, die ihren Ausgangspunkt in Deutschland hat, und heute vom Aussterben beroht ist. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es den im Deutschen Kaiserreich lebenden Dänen verboten den Dannebrog, die dänische Flagge, im Vorgarten zu hissen.
Die Dänen hatten ihre ganz eigene Antwort darauf. Sie züchten ein rotes Schwein mit breitem weißen Schulterstreifen und einem angedeuteten weißen Querstreifen und ließen das Tier im Vorgarten herum laufen. Da stand also der Dannebrog vierbeinig in vielen Gärten im Herzogtum Schleswig, dagegen konnten die deutschen Behörden nichts machen.

1954 wurde das Tier offiziell als Rasse anerkannt, starb aber schon 1968 wieder aus. 1984 wieder entdeckt, rennen heute etwa 150 der als sehr genügsamen gelten Tiere durch Zoos und private Zuchten. Denn auf den Bauernhöfen, weder den dänischen noch den deutschen, gibt es Exemplare, weil sie nicht den heutigen Ansprüchen der Massentierhaltung entsprechen.

Wer so ein Tier mal live in Aktion sehen will, hier seid ihr richtig. Aber leider ist die ZDF-Reportage "Tierische Kumpels" 45 min lang und der Protesteber kommt erst ganz am Ende.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Verdens AIDS-Dag i Købehavn

Am 01. Dezember war ich zufällig in Kopenhagen unterwegs und habe dabei eine der zentralen Aktionen der Anti-AIDS-Gruppe in Kopenhagen am Gammel Torv gesehen.



Dienstag, 2. Dezember 2008

Odense

Dies ist der letzte Teil meiner Fünen-Reise anfang November. Nachdem wir in Odense schon zwei Museen besucht hatten, war jetzt noch ganz schnell, bevor es dunkel wurde, die Stadt selbst dran.

Odense ist die drittgrößte Stadt Dänemarks, hat eine Universität und eine sehr gute Kunst- und Designhochschule und viele hübsche Bauwerke. Die Stadt ist sehr alt, schon um 1000 finden sich erste Erwähnung in mittelalterlichen Dokumenten. Dem entsprechend reich gefüllt ist auch das örtliche Regionalmuseum.
Der bekannteste Sohn der Stadt ist Hans Christian Andersen. Es gibt noch einige andere Kinder dieses Ortes, aber wer nicht gerade Fan des dänischen Damenhandballs oder der Politik ist, kennt diese Namen eher nicht.

Hier also einige Impressionen aus der Stadt, die erst durch die Eisenherstellung wirklich groß wurde, und heute auf dem Sprung in das Dienstleistungszeitalter ist.

Sonntag, 30. November 2008

Weihnachten und Märchen

Heute am ersten Advent beginnt auch wieder die Zeit der Märchen. Ob Disney oder als Weihnachtsgeschichten, wie A Christmas Carol oder Der kleine Lord.

Einer der größten Märchenerzähler und - dichter der Welt kommt aus Dänemark: Hans Christian Andersen.
Geboren wurde er 1805 in ärmlichen Verhältnissen in Odense auf der Insel Fünen als Sohn eines Schuhmachers. Sein Vater legte viel Wert auf die Bildung des einzigen Kindes, da er selbst auch eine relativ hohe Bildung für seinen Beruf besaß. Er weckte schon früh die Liebe Andersens zum Theater. Nach dem Tod des Vaters, mußte die Mutter das Kind mit einem mageren Wäscherinnengehalt durch bekommen, was durch die politischen Umstände der Zeit sehr erschwert wurde.
Mit 14 Jahren ging H. C. Andersen nach Kopenhagen um Schauspieler zu werden. Er fand sehr bald Gönner, die zunächst seine akademische Bildung vorantrieben, später auch einige seiner Reisen finanzierten. Mit 30 Jahren begann er damit Romane und dann auch Märchen zu schreiben.
Ein Freund sagte ihm damals: "Durch die Romane wirst du berühmt, durch die Märchen unsterblich." Und so sollte es auch kommen. Noch heute ist er ein Botschafter Dänemarks, wenn auch indirekt. Er verstarb im Altern von 70 Jahren im August 1875 in Kopenhagen. Schon zu seinen Lebzeiten war er durch seine Märchen weit bekannt und in aller Welt beliebt.

Von H. C. Andersen stammen etwa: Die kleine Meerjungfrau oder Die Prinzessin auf der Erbse oder auch Des Kaisers neue Kleider.



PS: Hier gibt es noch ein paar Märchen von H. C. Andersen zum Anhören.

Samstag, 29. November 2008

Meine kleine Welt


Hier ein kleiner Einblick in meine kleine ERASMUS-Welt
im Stadtteil Terkroner, Roskilde, Dänemark.


PS: Wer das ganze in Originalgröße möchte, kann mir einfach eine Email schreiben. (siehe Kommentar – hat sich also erledigt.)

PSS: Seit drei oder vier Tagen habe ich hier keine Sonne mehr gesehen. Falls sie jemand bei sich gesehen hat, könnte er sie auf dieses kleine Königreich nördlich von Deutschland hinweisen. Wir würden uns sehr über ihren Besuch freuen.

Freitag, 28. November 2008

Grönland - Ein Reisebericht

Im GeoReise Magazin September 2008 war die Ostküste Grönlands Thema eines Reisebericht. Denn eigentlich ist die Westküste das Ziel der Touristen, aber nun arbeitet auch die Ostküste daran, ein Ziel der Fremden zu werden.
Katja Senior berichtet von ihren Eindrücken bei einer Familie, die als eine der zuverlässigsten der Ostküste gilt.

Donnerstag, 27. November 2008

Den Fynske Landsby

Wie sah so ein altes dänisches Dorf eigentlich aus? Wie lebten die Menschen im 19. Jahrhundert auf dem Land? Wie groß waren sie?

Wer solche Fragen hat, ist im Museum "Den Fynske Landsby" genau richtig. Die schönsten Bauernhäuser der Insel versammelt in einem Freilichtmuseum mit Schweinen, Gänsen, Hühnern und Katzen zum Anfassen.

Der Aufenthalt beginnt zunächst mit einem kurzen Film über die Geschichte der dänischen Bauernfamilie. Dabei lernt man dann, dass die Frauen durch die Mechanisierung zwar von ihrer schweren Arbeit befreit wurden, gleichzeitig aber auch an Bedeutung im Haushalt einbüßten.
Und dann gehts ab ins Dorf.

Tivoli bei Youtube

Hier schon mal eine Empfehlung um ein bisschen in dänische Weihnachtsstimmung zu kommen, denn ab Sonntag geht es hier richtig los:

Mittwoch, 26. November 2008

Grönland stimmt für die Neuerungen

Quelle: sermitsiaq.gl/politik/article64694.ece

Ab Juli 2009 wird Grönländisch Amtsprache in Grönland.
Die Einwohner haben den neuen Vertrag mit Dänemark, der ihnen mehr Recht gewährt, angenommen mit einer überwältigenden Mehrheit von über 76 %. Es haben 71 % an der Wahl teilgenommen. Über 39.000 Grönlander waren aufgerufen zu wählen, 28.260 haben sich auf den Weg zur Wahlurne gemacht. In einem Land in dem die Temperaturen jetzt schon bei -6°C (Nuuk) liegen und die Sonne es gerade mal 4 1/2h über den Horizont schafft, gar nicht so einfach.

In den meisten Wahllokalen war das Ergebnis mal mehr, mal weniger dem nationalen ähnlich. Aber es gab auch Abweichler, z. B. die Gemeinde Pituffik in der 56% gegen den Vertrag stimmten. 56% bei 66 Wählern ist nicht so wahnsinnig viel. Aber hier zeigt sich mal was es heißt wenn 60% nicht zur Urne gehen, bei 165 Wahlberechtigen merkt man das ganz schnell.

Grönländer für mehr Autonomie (FAZ)

Dienstag, 25. November 2008

Grönland: Referendum auf der Insel

Heute beim Mittagessen in der Kantine gab es an der Universität Roskilde für die ERASMUS-Studenten nur ein Thema: das Referendum in Grönland.

Die größte Insel der Welt stimmt über einige Änderungen im Bezug auf seine Rechte ab. Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark, aber wie die Farören nicht Teil der EU. Es ist außenpolitisch abhängig von Dänemark, aber innenpolitisch relativ frei. Seit langem aber will Grönland unabhängig werden von Dänemark, von dem es nicht nur politisch sondern auch finanziell abhängt.

Nein, die Kleine hat kein Stimmrecht.
Sie wirft nur den Stimmzettel ihrer Mutter ein.
Quelle: www.ligetil.nu

Von der hjemmestyre (Selbstverwaltung) zur selvstyre (Selbstregierung) ist das Motto. Was heißt das im Einzelnen?
Zunächst einmal würde in der Präambel Grönlands die Gleichheit von Dänen und Grönländern festgeschrieben werden, dass würde sich in so fern bemerkbar machen als das im Sommer 2009 mit Inkrafttreten der Neuerungen Grönländisch Staatssprache werden würde.
Zum anderen würden die Grönländer noch mehr Selbstständigkeit in der Verwaltung und Gesetzgebung übertragen bekommen, etwa bei der Polizei. Bis jetzt haben sie schon die Bereiche Bildung, Kultur und Gesundheit.
Schwieriger ist die Sache mit der dänischen Finanzhilfe und den Ressourcen, die unter grönländischem Eis (wahrscheinlich) lagern. Dänemark steckt im Moment jedes Jahr 3,2 Milliarden Kronen in die Insel. Das ist, laut FAZ, die Hälfte des Insel-Haushalts.
Aber wenn Grönland unabhängig werden möchte, dann ist Kopenhagen auch nicht mehr bereit soviel Geld in das Land zu investieren. Ohne den Zuschuß aber würde das Land aber sehr schlecht dastehen.
Man hat sich auf einen Kompromiß geeinigt. Grönland darf seine Öl- und Gasfelder nicht verkaufen, etwa an russischen Investoren. Dafür kooperieren Kopenhagen und Nuuk um die Ressourcen gemeinsam auszubeuten. Sollte die Erschließung der Felder erfolgreich sein, würde Dänemark seine Zuschüsse zurückfahren.

Die wichtigesten Dinge bleiben beim Alten.
Die Grönländer haben nach wie vor einen dänischen Paß und die dänische Krone. Außen- und Sicherheitspolitik werden immer noch im Folketing (dänisches Parlament) und nicht im Landsting (grönländisches Parlament) gemacht. Auch viele Verwaltungsbeamte, Lehrer und das Militär kommen nach wie vor vom "Festland". Außerdem wird das Referendum in der dänischen Press im Inlandsressort abgehandelt und das wird wohl auch noch eine Zeitlang so bleiben.

Das Wahlergebnis gibt es übrigens laut der grönländischen Zeitung Sermitsiaqs ab 20:00

Hier noch einige Artikel zum Thema "Referendum in Grönland":
Der Preis der Unabhängigkeit (FAZ)
Auf Permafrost und Alkohol gebaut (Spiegel online)
Greenland to Vote on More Independence From Denmark (NY Times)

Und einen kleinen Fernsehtip habe ich auch noch:

3satbörse Antarktis - für die alle, die gerne mal etwa Positives zum Klimawandel hören möchten.

Faaborg bei Nacht und Tag

Faaborg war das Ende unseres ersten Tages auf Fünen. Dänisch Fåborg geschrieben, ist es ein kleines Städtchen im Süden der Insel Fünen mit gerade einmal 7500 Einwohner. Im Sommer ein Touristenmagnet und im Winter ein einsamer Fleck. Hier beginnen die Wanderrouten entlang der südfünischen Küste und der dänischen Südsee.

Sonntag, 23. November 2008

Donnerstag, 20. November 2008

Dänemark und seine Bewohner I

Ein paar ganz alltägliche Fragen und Erkenntnisse, die man als Austauschstudent in Dänemark so lernt:
  • warum gibt es Milch mit 0,1% Fett, aber keine mit 3,5%? Dafür habe ich hier viele neue Chipssorten (mit normalem Fettgehalt) kennengelernt.
  • warum brauchen auch andere EU-Bürger in Dänemark eine Aufenthaltsgenehmigung, wenn sie länger als drei Monate dort leben? Aber als sie können problemlos anfangen zu arbeiten. Die Dänen sind gerne eigen, dafür bin ich hier auch voll krankenversichert und numeriert (CPR).
  • warum braucht man für Reservierungen in der Oper eine CPR-Nummer? Kann man als Tourist dann gar keine Plätze dort reservieren?
  • ein Dänen erzählte mir vor ein paar Tage, dass er kein Radio hört, weil er da eh nichts verstehen würde.
  • es ist kalt, es ist nass, es ist "bäh" – aber die Däninnen tragen immer noch Leggins.
  • die Polizei hat montags und freitags ganztags in allen kleineren Aussenstellen geschlossen und donnerstags ab dem Nachmittag. Passiert hier einfach nichts oder ist das die dänische Gemütlichkeit?
  • wenn in einem Studentenwohnheim der Feuerarlam losgeht, kommt auch nach 2h noch keine Feuerwehr. Wahrscheinlich bräuchte es einen Anruf, dass sie wirklich ausrückt.
  • warum gibt es Suppe in Wurstform?

Dienstag, 18. November 2008

Der alltägliche Wahnsinn

Heute ist mir mein Handy runter gefallen. Diese Meldung hat ungefähr den Wert von "Hund beißt Mann". Aber um die Geschichte geht es mir auch gar nicht.

Bei dieser Gelegenheit habe ich nämlich festgestellt, dass ich auch in Zukunft Kunde bei Sony Ericsson bleiben werde, weil die eine sehr gute Hotline haben. Ok, vielleicht hatte ich viel Glück und habe ausgerechnet den höflichsten und bestgelauntesten Mitarbeiter erwischt. Trotzdem!

Dank Skype ist es heutzutage nämlich möglich auch aus dem Ausland kostengünstig weltweit anzurufen. Und in diesen paar Monaten hier habe ich damit jetzt schon einige Bekanntschaften mit Kundentelefonen gemacht.

Etwa mit der dänischen Polizei. Anfang des Semester habe ich für einige Tage meinen Personalausweis vermisst (habe ihn dann aber wieder gefunden!). Daher wollte ich, wie ich das aus Deutschland kenne, den Ausweis bei der Polizei für vermisst erklären lassen. Ging aber leider nicht! Polizeiwachen haben in Dänemark nämlich montags geschlossen.

Nächste Erfahrung: ZDF. Ich hätte nie gedacht, dass es so umständlich ist die Kosten für die Vorführung der ZDF-Produktion "Wählt Jesus!" heraus zu bekommen. Gut gläubig wie ich war, habe ich bei der Zentrale angerufen und danach weiß ich nicht mehr wie oft ich meine Geschichte erzählt habe: fünf- oder siebenmal.
Letztendlich bin ich bei einer Frau gelandet, die mir erklärt hat, dass für den Buchstaben F wie Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ihr Kollege zu ständig wäre, aber sie wäre jetzt mal so nett und würde mir helfen: Wie groß denn die Klasse wäre? Und in welchem Fach? – Äh, politische Bildungsarbeit einer Stiftung? Ne, das hat sie nicht verstanden. Egal, meine Auskunft habe ich bekommen.

Mein persönlicher Liebling zu diesem Thema aber ist das Kaufhaus Illum in Kopenhagen. An meinem Geburtstag habe ich dort Schmuck gekauft. Und die Verkäuferin hat vergessen mir ein Paar Ohrringe einzupacken. Das ist mir aber erst im Zug nach Hause aufgefallen.
Also am nächsten Tag angerufen. Ich habe auch gleich jemand ans Telefon bekommen, bin aber einfach weiter durchstellt worden … an einen Anrufbeantworter. Ok, wieder angerufen. Dieser Frau, aber gleich gesagt, dass man mich bitte nicht weiter verbinden soll, hat aber nichts genützt und wieder den Anrufbeantworter der Chefin gehört. Beim dritten Mal habe ich dann gleich protestiert und dann hatte ich aber ganz schnell die Chefin am Ohr ohne durchgestellt zu werden. Die mich dann weiterverbunden hat, diesmal aber richtig.
Ok, meine Ohrringe habe ich und Illum war das peinlich.
Wobei ich die Sache mit dem Kundetelefon peinlicher finde als die nicht eingepackten Ohrringe, aber das sei mal dahin gestellt.

Das ist aber sicher alles der alltägliche Wahnsinn.

Samstag, 15. November 2008

Universitäts Motto

Vergangene Woche habe ich mir endlich ein Universitäts Sweatshirt gekauft. Es ist grau und in englisch steht der Name der Universität darauf: Roskilde University.
Aber dazwischen ist das lateinische Motto und das "Wappen" der Hochschule zu sehen:

In tranquillo mors - in fluctu vita
(dt.: In der Stille liegt der Tod, im Fluß das Leben)

Das "Wappen" der Universität Roskilde sieht übrigens so aus:


Was ist das, werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen. Es ist eine Koralle und sie soll das Uni-Motto versinnbildlichen.

Bei der Gelegenheit habe ich mir auch noch ein paar andere Universitäts Mottos angesehen:

Das von Tübingen ist ein sehr kurzes, aber es hat viel mit der Gründung der Universität zu tun:

Attempto (dt.: Ich wags!)

Das von Yale ist klar und einfach:

Lux et veritas (dt.: Licht und Wahrheit)

Und das von Heidelberg:

Semper apertus (dt.: Immer offen)

Was in so weit stimmt als das Heidelberg eine der ersten Universitäten Deutschlands war an der sich Frauen von 1900 an immatrikulieren konnten. Allerdings kam dieser Beschluß nicht von der Universität selbst, sondern vom Großherzogtum Baden und galt damit auch für die Universität in Freiburg im Breisgau.

Freitag, 14. November 2008

Svanninge Bakker

Nach unserem Besuch in Svendborg sind wir dann noch nach Svanninge Bakker gefahren.
Svanninge Bakker ist ein Naturschutzgebiet und Teil der "fünischen Alpen" einer Hügelkette, die sich quer über die Insel zieht.



Wie ihr den Bildern entnehmen konntet, ist es dort wirklich sehr hübsch. Allerdings fehlen jede Art von Wegmarkierungen, so dass ich immer ein bisschen Angst hatte wir könnten uns verlaufen. Das Gebiet ist nämlich sehr weitläufig. Aber wie ihr seht sind wir wieder heil angekommen.

Svendborg

Gibt es über Svendborg viel zu sagen … Nein, eigentlich nicht! Die zweit größte Stadt Fünens hat die höchste Pubdichte Dänemarks, ist aber keine Studentenstadt, hat dafür aber einen hübschen Hafen und einige nette alte Häuser.



Man merkt gleich, dass ich mich in dieser Stadt nur ca. 2h aufgehalten habe. Auf unserer Reise durch Fünen haben wir hier Mittagspause gemacht. Aber da Martin und ich den Trip organisiert hatten, mußten wir noch für das Abendessen einkaufen und hatten deshalb nicht so viel Zeit uns die Stadt anzuschauen.

Donnerstag, 13. November 2008

Gudme

Gudme ist ein Name, den noch niemand wohl jemals gehört hat. Vor dem vergangenen Sommersemester ging es mir da genauso, aber dann habe ich eine Hausarbeit über diesen kleinen Ort mitten in Fünen geschrieben. 21 geschriebene Seiten später kann ich sehr, sehr viel über diesen Ort sagen.

Fangen wir beim Auffälligsten an: Dem Namen. Der Ortsname Gudme setzt sich zusammen aus den Wörtern Gott oder Götter (das ist heute nicht mehr nachvollziehbar) und Heim. Es ist also das Heim des Gottes oder der Götter. Noch interessanter sind aber die Namen der umliegenden "Berge", übersetzt heißen sie Tempelberg, Gott-/Götterberg und Opferberg.
Einige Forscher sprechen daher sogar von einer Sakrallandschaft.

Die nächsten Indizien, die beweisen das es sich bei Gudme um mehr handelt, sind die archäologischen Funde. Gudme war wohl von 100 v. bis 400 n. Chr. besiedelt.
Mit dem Schatz von Broholm 1833 begann die eigentliche Grabungsgeschichte der Region. Der Schatz besteht aus 4,15 kg Gold, die verarbeitet sind zu Ketten, Armringen und Münzen. Seit dem wurden über 1000 kg verarbeitetes Silber aus dem Boden geholt. Das Silber fand man vor allem in Form verschiedener römischer Münzen und als sogenannte Brakteaten. Brakteate sind germanische Münzen/Amulette mit figürlichen Darstellungen, die sehr stark an den Herrscherdarstellungen auf den römischen Münzen angelehnt sind.
Außerdem gibt es noch das Gräberfeld von Møllegårdsmarken auf dem sowohl Krügen aus regionaler Herstellung als auch römisches Glas gefunden wurden. Das spricht für sehr weitläufige Handelsbeziehungen der Ortsansässigen.

Den letzten Hinweis, den die Forscher 1993 fanden, ist die sogenannte Königshalle. Die dän. "Konge Hal" ist eine 47 m lange und 8-9 m breite Halle. Diese Ausmaße sind für ein Gebäude aus der damaligen Zeit unglaublich. Normale Häuser waren höchstens 20 m lang.
Ob es in Gudme aber einen König gegeben hat ist sehr umstritten. Die heutige Gemeinde Gudme würde es sicher sehr unterstützen als erstes dänisches Königreich zu gelten, aber beweisen lässt sich so etwas ohne schriftliche Quellen nicht. Und das ist die nächste Auffälligkeit: das Fehlen von schriftlichen Quellen. Daher bleibt Gudme vorerstmal ein archäologisches Rätsel.

Mittwoch, 12. November 2008

Fünen

Meine zweite Reise in diesem Semester ging vom 01. bis 02. November nach Fünen.

Fünen ist die drittgrößte Insel Dänemarks. Sie ist vor allem bekannt als Heimat von Hans Christian Andersen.
H. C. Andersen ist wohl der bekannteste Däne und einer der besten Märchendichter der Welt (Hier: einige Märchen kostenlos zum Anhören in Deutsch).
Aber Fünen ist, nach meinem Reiseführer, ein Kontinent. Im Süden liegt die sogenannte dänische Südsee und im Norden die rauhe Nordseeküste. Dazwischen jede Menge verwunschene Schlößchen und Wäldchen, kleine Fachwerkdörfer und Wiesen voll mit Kühen und Schafen. Fünen ist wirklich ein sehr hübscher Fleck.

Meine Reise beginnt mit unserer Anreise:

Montag, 10. November 2008

Gruppenarbeit

An der RUC wird Gruppenarbeit GROß geschrieben! Das von allen zu erbringende Projekt, sollte am besten in Gruppenarbeit geschrieben werden, Texte aus den Kursen werden nochmal in Kleingruppen besprochen und dann dem ganzen Kurs vorgestellt usw.

Und damit beim Thema Gruppenarbeit auch nichts schief gehen kann, gibt es von der Uni Kondome:



Wirklich: hier werden Studenten rund um versorgt!

Sonntag, 9. November 2008

Kolding

Heute also die letzte oder besser die erste Station meiner Reise durch Jütland. Da Jütland wie bereits geschrieben der Festlandteil Dänemarks ist, war unser erster Haltepunkt dort, natürlich eine Hafenstadt: Kolding

Kolding ist gar nicht so alt (12. Jahrhundert), aber sehr wichtig für den Verkehr. Denn wer immer auf die dänischen Inseln möchte, muß an Kolding vorbei. Egal, ob man aus dem Süden oder dem Norden Jütlands kommt und umgekehrt gilt natürlich dasselbe.

Samstag, 8. November 2008

Flensburg

So langsam näher wir uns dem Ende meiner Festlandreise vor zwei Wochen. Noch zwei Stationen gibt es zu bestaunen. Heute erstmal Flensburg.

Flensburg, die nördlichste Stadt Deutschlands, liegt direkt an der deutsch-dänischen Grenze und das nicht ohne Grund. War die Stadt, die von deutschen Autofahrern nicht geliebt wird, doch früher Teil des Herzogtums Schleswig.

Schleswig war ein sehr schwieriges Herzogtum, immerhin lebten nicht nur Dänen und Deutsche hier zusammen. Sondern nach dem "Aussterben" der Herzogsfamilie ging das Land an das dänische Königshaus. Das war aber problematisch, denn das Herzogtum war auch Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Ende vom Lied: der deutsch-dänische Krieg Teil II.

1920 nach dem ersten Weltkrieg wurde in Schleswig über die nationale Zugehörigkeit abgestimmt. Seitdem ist das Gebiet des ehemaligen Herzogtums geteilt in Nord- und Südschleswig.
Nordschleswig gehört zu Dänemark. Südschleswig ist heute der nördliche Teil des Bundeslandes Schleswig-Holstein.

Flensburg ist auch Sitz der europäischen Zentrale für Minderheitenfragen und das nicht ohne Grund immerhin leben hier schon jahrhundertelang unterschiedliche Nationalitäten und Sprachen zusammen. Neben der deutschen und dänischen Sprache gibt es auch noch friesisch und sønderjysk.

Freitag, 7. November 2008

Von UB's und schlechtem Wetter

Der dänische Winter hat begonnen! Seit gestern nachmittag regnet es durchweg, mal mehr, mal weniger. Gerade wieder mal wieder etwas stärker. Die Ente im Uni-Teich vor der UB schreckt das nicht und so ziehen sie weiter ihre Runden. Mich schon und so habe ich mich zu Lernen in die Universitätsbibliothek der RUC verzogen.

Hier drinnen sitze ich also und lese Raleigh und Urdal und trinke eine heiße Schokolade. Ja, ihr habt richtig gelesen: in Roskilde darf man in Uni-Bücher stöbern und dazu Kaffee oder heiße Schoki trinken! Man darf auch essen und seine Taschen und Jacken mit in die UB schleppen. Sachen, die in Tübingen sofort zu einer Auseinandersetzung mit den Aufsichten führen würden, sind hier kein Problem. Reden oder telefonieren sind ebenfalls erlaubt.

Oh, du schönes freies Dänemark!



In diesem Sinn allen ein frohes Schaffen!

Donnerstag, 6. November 2008

Møgeltønder

Ein komischer Name: Møgeltønder. Irgendwo im Nirgendwo, nahe der deutsch-dänischen Grenzen liegt der kleine Ort. Ein großes Schloß gibt es dort! Denn ist Møgeltønder der Wohnsitz von Prinz Joachim von Dänemark und seiner Frau Marie Cavallier. Hier leben die beiden und vor allem hier haben die beiden im Mai 2008 geheiratet.
Bei schönem Wetter muß es dort traumhaft sein, leider war am Tag meines Besuches mieses. Daher stellt euch das ganze einfach bei Sonnenschein vor:

a RUC experience

Ein kleiner Film über das studentische Leben an der Universität Roskilde:



Hier ist übrigens der Link zum "offiziellen" Universitäts Vorstellungsvideo

Mittwoch, 5. November 2008

Sinnvolles Rumschreien

In meinem Wohnheim hat das Rumschreien eine lange Tradition. Rumschreien, das meint irgendwann ab 3 Uhr in der Früh entweder im Hof oder in den Gängen einfach sinnlos herum zu brüllen. Davon werden alle anderen, die nicht lange genug auf der Party geblieben sind, dann wach und sind furchtbar müde und sauer.

Heute nacht war es aber ganz gut, dass meine amerikanischen Mitbewohner mir ab 05:05 laut brüllenden mitgeteilt haben, wer der neue Präsdident ist: O-B-A-M-A
Manche schauen so lang Fernsehen, ich muß nur auf meine Mitbewohner hören.

Montag, 3. November 2008

Mor og far skal skilles

Im Rahmen einer Hausarbeit habe ich gerade eine Homepage durchgelesen, die sich mit dem Thema Scheidung beschäftig. Aber aus Sicht der Kinder: Mor og Far skal skilles (Mutter und Vater sollen sich scheiden) - eine gute Sache hilft so etwas doch hoffentlich den Kindern in dieser Zeit weiter. Solche Homepages entwickelt hier in Dänemark der Staat - interessant wo es doch nirgendwo auf der Welt so einfach ist zu heiraten wie hier.
Das war aber nicht die einzige spannende seltsame Seite im Internet, die ich im Rahmen meines Dänisch Kurses hier bearbeitet habe:
Ny i Danmark (Neu in Dänemark) oder Danmark i kø (Dänemark im Stau) gehören sich auch dazu.

Heute habe ich noch eine sehr nette Seite entdeckt. Wer von euch auf den Geschmack gekommen ist und gerne mal dänische Sprache hören würde, dem kann ich folgende Seite an Herz legen:
Lybog.com - hier kann man z. B. die Märchen von H.C. Andersen im Original hören.
(Einfach Eventyr anklicken und dann unter H.C. Andersen dessen Märchen anhören)

Sonntag, 2. November 2008

Facebook

War in Deutschland StudiVZ meine ständig Quelle um Kontakt zu halten, Bilder zu sehen und zum Geburtstag zu gratulieren, nimmt in einem ERASMUS-Semester definitiv Facebook diese Stelle ein und wird der beste Freund der Hanna.

Als ich letzte Woche aus Jütland zurückkam, war die erste Handlung: einer anderen Deutschen Facebook einzurichten und die neuen Freunde zu suchen und hinzuzufügen.
Man ahnt, dass man schnell Namen und Gesichter vergisst, wenn man sich die Namen beim Dröhnen der Musik auf irgendeiner Party zu ruft und die Gesichter meist nur aus dem Halbdunkel eben jener Feiern kennt.
Ich habe das Gefühl bald jeden hier zu kennen, was auch durch aus richtig sein könnte. Denn so viele internationale Studenten gibt es hier gar nicht. Insgesamt sind wir wohl etwas über 120 ausländische Studis. Eine kleine Gemeinschaft irgendwo im Nichts.

So, habe gerade noch die letzten neuen Kontakt vom vergangen Wochenende hinzugefügt.
Networking ist echt anstrengend und vor allem zeitraubend - aber unglaublich spannend.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Ribe - die älteste Stadt Dänemarks

Unsere letzte Nacht haben wir in der geheimnisvollen und sehr alten Stadt Ribe verbracht. Warum geheimnisvoll werdet ihr euch fragen …
… nun, als wir am Freitag, den 24. Oktober, dort ankamen, erzählte uns der Herbergsvater von einem Phänomen, das nur einmal im Jahr in Ribe auftritt: Die Stare sammeln sich zum Flug in den Süden. Aber sie sammeln sich nicht irgendwo, sondern in einem kleinen Feld bei Ribe. Sie sammeln sich hier an einem Tag Ende Oktober. Und der 24. war dieser Tag. Am 25. um 7 Uhr früh würden die Stare dann aufbrechen Richtung Süden.

Es war sehr beeindruckend zu sehen wie ganze Schwärme, hunderte von Vögeln, in einem kleinen schilffberandeten Feld verschwanden. Vor allem wie sie sich hinunter stürtzten oder in Spiralen zur Landung ansetzten. Mich erinnerte es sehr an Fischschwärme im Meer. Leider haben wir nur die Sammlung der Tiere gesehen, nicht aber ihren Abflug. Dafür haben wir in unsere letzten Nacht einfach zu lang gefeiert!

Rømø - Die Insel mit den zwei Ø

Ø [ø] das ist nicht nur ein Laut im Alphabet sondern heißt gleichzeitig auch Insel.
Und Rømø ist so eine Insel, genauer die südlichste dänische Wattenmeerinsel. Jedes dritte Auto auf dieser Insel hat ein deutsches Kennzeichen.

Eine richtige Insel ist Rømø eigentlich gar nicht mehr - denn mit dem Festland verbindet sie ein befahrbarer Damm, an dessen Seiten sich rechts und links schon die Wiesen ausdehnen auf denen Schaafe weiden. Denn wie jedes Monument, das den Fluß des Wasser bremst führt auch dieses zu Ablagerung von Sand. Schließlich hat das Wasser soviel Sand abgelagert, dass das neue Land nur noch bei Hochwasser überflutet wird. Sobald dieser Zeitpunkt erreicht ist fangen Pflanzen an sich anzusiedeln und die frischgewonnen Erde ergrünt.

Rømø ist berühmt für seinen langen und breiten Strand. Man kann bei Niedrigwasser unglaublich weit hinausfahren. Ja, fahren! Denn auf der Insel ist es erlaubt mit seinem Auto bis an die Wasserkante zu fahren: Wattenmeer und Naturschutz, hin oder her.

Hier ein paar Impressionen von der Insel:

Sonntag, 26. Oktober 2008

Legoland

Gestern bin ich von einer viertägigen Tour mit dem Internationalen Club der Universität Roskilde zurückgekommen. Wir waren auf dem Festlandteil Dänemarks Jütland oder in dänisch Jylland. Darüber werde ich euch im Lauf der nächsten Tage berichten, aber ich beginne am letzten Tag.

Gestern sind wir also bei strahlendem Sonnenschein nach Legoland Billund gefahren. Vielleicht kennt der eine oder andere noch Lego. Lego das sind die bunten Steine aus denen man Häuser, Zäune, Autos, Arztpraxen und in meinem Fall Pferdeställe gebaut hat, aber von denen man nie genug in der eben benötigten Farbe hatte.
Lego ist eine dänische Marke. Wie ich finde ist es bis jetzt auch immer noch eines der besten Kindespielzeuge der Welt, weil es dem Kind nicht aufzwingt was es tun muß, sondern es selbst entscheiden kann, was es und wie es das bauen möchte. Dieses Spielzeug stimmt also gut mit meiner politischen Einstellungen überein - sehr liberal ;)

Legoland ist toll! Nicht nur weil man Legosteine als Schlüsselanhänger mit Namensgravur kaufen kann, sondern auch wegen den begeisterten Kindern, den tollen Fahrgeschäften und dem geträunen Nachbau vieler dänischer und internationalen Symbole. Aber seht selbst:

Freitag, 17. Oktober 2008

Indian Summer in DK

Hier ein paar Bilder vom Herbst in Dänemark.



Die Tage werden hier jetzt sehr schnell kürzer und es geht ein kalter Wind, selbst wenn die Sonne scheint. Heute habe ich sogar Gänse rufen hören, wie in einem schlechten Film, die werden wohl bald nach Süden fliegen.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

In der Oper …

Für 110 DKK (etw. 15€) in die Oper. Das ist doch ein echtes Angebot, vor allem weil ich noch nie in einer Oper gewesen bin. Also nix wie hin in die Köngliche …
Die Oper liegt direkt am Wasser mitten im Kopenhagener Hafen und ist ein wahrer Prachtbau - wirklich ein schönes Haus. 2005 eröffnet, ist der Bau ein Geschenk der A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Stiftung an die Stadt Kopenhagen.



Heute abend stand La Traviata von Verdi auf dem Spielplan. Und das Stück war wirklich gut inszeniert, z. B. waren die Kleider der "Damen" in der dritten Szene sehr betonend oder auch die Strandhausatmosphäre in der zweiten Szene.
Nett war, dass sehr viele Besucher in den Pausen Kaffee getrunken haben. Da ich leider noch keine deutsche Oper besucht habe, weiß ich nicht ob das bei uns normal ist. Mir kam es etwas komisch vor, dass Menschen im Abendkleid lieber Kaffee als Wein trinken, aber vielleicht ist das hier so üblich.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Arbeiten @ RUC

Im Moment sind am Roskilde Universitätscenter (RUC), der offizielle Name meiner Uni, Herbstferien. Eigentlich gibt es diese Ferien an der Uni gar nicht, aber viele Dozenten machen dann einfache eine Woche frei, weil in ganz Dänemark jetzt Ferien sind und die Dozenten gerne mit ihrer Family in den Urlaub fahren wollen. Vielleicht ein letztes Mal Sonne tanken vor dem langen kalten skandinavischen Winter - wir werden sehen.

Hier ein Beweis, dass man es im kleinen Königreich wirklich nicht so eng mit der Arbeit nimmt:



Aufgenommen um 13Uhr heute vor der Uni

Freitag, 10. Oktober 2008

Dänen und die Finanzkrise

Die Dänen merken die Auswirkungen übrigens auch schon. Heute berichtete eine andere Zeitung, die 24timer, dass die Zahl der Lagerverkäufe zugenommen hat. Die Dänen hätten auch schon im letzten Jahr nicht mehr so viel Geld für Markenkleidung ausgeben, das berichtet der Direktor des Branchenanalysten Dansk Detail, Jens Birkeholm.
Die Reporter der Zeitung haben sich auch gleich drei Damen geschnappt und diese gefragt, ob sich die Finanzkrise auf ihr Kaufverhalten auswirkt.

Die erste (18 Jahre) gab zu, dass sie sich zwar schon Sorgen um ihre Zukunft macht und das sie in Zukunft auch mehr Kleidung über Lagerverkauf kaufen wird, aber sie gesteht auch, dass sie ca. 8.000 DKK (über 1000€) im Monat für Kleidung ausgibt. Aber da will sie sich in Zukunft einschränken und ca. 300€ sparen. Das ist doch schon ein Anfang!

Die zweite (32 Jahre) hat heute zum ersten Mal im Lagerverkauf eingekauft, weil sie das bis jetzt immer für Restware gehalten hat. Aber sie hat ein paar nette Sachen gefunden und denkt, dass sie hier in Zukunft öfter einkaufen wird. Sie gibt an normalerweise so ca 1.500 DKK (etwa 200€) im Monat für Kleidung auszugeben.
Bei der dritten (35 Jahre) ist es ähnlich, nur dass sie sich nicht von der Finanzkrise einschüchtern lassen will und bei ihrem Lebensstil nicht viel ändern möchte. Mal sehen, ob sie auch in Zukunft fast 500€ pro Monat für Kleidung ausgeben wird.

Mein Fazit: die Dänen zahlen soviel Steuer, sowohl direkte als auch indirekte, aber für gutes Design und Kleidung haben sie immer Geld übrig. Auch wenn die Welt untergeht: dänische Designermöbel wird es wohl auch in Zukunft geben.

Islandkrise

"Island am Rande eines nervösen Zusammenbruchs" so titelte heute die Zeitung "Urban". Die Nordatlantikbewohner würden sich isoliert fühlen und das nicht nur wegen ihrer geographischen Lage. Nein, jetzt würden sie sich von ihren nordischen Freunde und den USA verlassen fühlen. Deshalb nun die Orientierung nach Osten. 38 Mrd. Kronen soll Russland für die Insel locker machen, das sind etwa 4 Mrd. Euro.

Die Isländer klagen seit Wochen in allen Radiostationen des Landes ihr Leid. Dabei sind die steigenden Zinsen für die Kredite nur ein Problem. Ein junger Mann etwa erzählte der Zeitung, dass seine Zinsen für den Hauskredit um 25% in den letzten fünf Jahren gestiegen wären. Ein anderes Problem ist die Inflation. Auch die Isländer, die keinen Kredit abzustottern haben, erleben im Moment eine Inflation von 15% innerhalb eines Jahres und eine Verteuerung der Lebensmittel kommt sowieso hinzu.

Um den Menschen nun wenigstens ein bisschen zu helfen, will die Regierung jetzt ein Krisenzentrum einrichten, an das sich die finanziell stark angeschlagen Isländer wenden können.
Derweilen steuert Island langsam aber stetig auf einen kompletten Staatsbankrott zu, wie es der Staatsminister Geir Haarde ausdrückte.
Und die Isländer haben ihre ganz eigene Art damit umzugehen. Da die meisten dieses Inselvölkchens eh in Reykjavik leben, versammeln sich die Isländer am Zentralen Platz vor dem Parlament, dem Altinget. Da stehen dann Anarchisten und Bänker vereint und hoffen, dass sich die isländische Krone von ihrem Fall irgendwie erholt. Denn das gute Stück ist in den letzten Wochen um 31% gefallen.

Völkerverständigung ...

Schräg gegenüber von mir saß heute morgen im Zug eine alte dänische Dame. Um sie herum, eine nicht-dänische Großfamilie mit erwachsenen Kinder.
Während der Fahrt nach Kopenhagen unterhielt sich die Großfamilie sehr angeregt.
Kurz vor Kopenhagen dann:
Dänin: "Welche Sprache sprechen sie denn?"
Junge Frau: "Wir sprechen portugiesisch."
Dänin: "Ah, ich habe nämlich das Wort "problemer" verstanden."
Mutter: "Oh, wirklich. Wie heißt das denn im Dänischen?"
Dänin: "problemer!"
Mutter: "Ach, das ist ja toll!"
Junge Frau: "Aber das heißt doch in vielen europäischen Sprachen sehr ähnlich, nicht?"
Dänin: "Ich glaube schon."

So einfach kann doch Völkerverständigung sein!

Mittwoch, 8. Oktober 2008

McDonald's i danmark

Jaja, McDonald's ist ungesund und teuer und sowieso nicht gut!
Nun teuer, dass wird in einem Land wie Dänemark, in dem man auf jeden Fall 25% Steuern auf alle Lebensmittel zahlt, sicher stimmen.
Das mit dem ungesund ist aber schon schwieriger, denn immerhin kann man hier zum Menu statt Pommes auch Mohrrüben wählen. Und das nicht nur zur Junior Tüte; auch der ausgewachsene Däne kann statt fettige Pommes zu mampfen an gesunden Möhrchen knabbern.

gulerod ['gulsdoːˀl] = dt. Möhren, Mohrrüben

Na, dann Velbekomme!

Sonntag, 5. Oktober 2008

Über ein kleines englisches Antiquariat …

So von außen betracht sah dieser Laden doch ganz süß aus. Meine beiden deutschen Anglisten hätte ich beim ersten Mal fast nicht mehr wieder gesehen, so glücklich waren die über dieses Antiquariat.


Ich muß gestehen, beim ersten Mal habe ich mich nicht so weit rein getraut. Aber am Freitag wollte ich es dann doch noch mal wagen … vor allem weil mir langsam der Lesestoff ausgeht ;)
Und ich kam gerade richtig zu der Eröffnung einer kleinen Ausstellung in dem Geschäft. Die ausgestellten Stücke fand ich zwar nicht so inspirierent aber den hinteren Teil des Ladens schon:



















Mannohmann, so viele Bücher! Aber es gibt hier nicht nur englische, sondern auch dänische und ein paar deutsche. Und dabei handelt es sich nicht nur um (Liebes-/Fantasy-/Horror-) Romane, sondern auch um Bücher zur (Nordischen) Geschichte, Ägyptologie, Philosophie, Buddhismus usw.
Ich bin zwar wieder raus gekommen, aber beim meinem nächsten Besuch in Kopenhagen werde ich mich da wieder hin verirren.

PS: Falls ihr irgendwann nach København kommt und das Geschäft besuchen wollt: Beim Rundenturm in die Skindergade.

Samstag, 4. Oktober 2008

Nørrebro

Das Kopenhagener Stadtviertel Nørrebro (dt. nördliche Brücke) gilt als eines der Ausgehviertel der Stadt.

Im 18. Jahrhundert war dieser Teil der Stadt aber zunächst das Armen- und Handwerkerquartier. Denn das Viertel lag außerhalb der wohlhabenden Innenstadt, direkt an einem der Hilfsfriedhöfe. Auf diesem Ausweichfriedhof (Assistens Kirkegård) sind übrigens die beiden bekanntesten Männer Dänemarks beerdigt: Hans Christian Andersen und der Philosoph Søren Kirkegaard.

Doch ab Mitte des 19. Jahrhundert zogen auch die unteren Beamten und einfache Bürger hierher. Schnell setzte ein Bauboom ein und die Zahl der Bewohner stieg steil an, begünstigt durch die Industrialisierung Dänemarks.

Nach einem Beschluß aus den 1960 wurde das Viertel saniert. Ab 1970 begann man mit der Sanierung und als Folge davon auch mit dem Abriß von Häusern, dies führte zu massiven Unruhen. Auch heute noch ist das Viertel für seine Unruhen bekannt. Etwa im Dez. 2006 und im Frühjahr 2007 als es wegen der Schließung des Ungdomshuset (dt. Jugendhaus) zu Straßenschlachten zwischen Linksautonomen und der Polizei kam.

Am vergangen Freitag habe ich mich aufgemacht dieses Viertel etwas näher kennen zu lernen.
Auf der Karte könnt ihr meinen Weg folgen.



Ausgangspunkt dieser kleinen Tour war die Nørreportstation. Von dort aus bin ich die Nørrebrogade hoch gelaufen über die Nørrebro, das Herz des Viertels. Vorbei an Designershops für Lampen oder Stühle, an kleinen ökologischen Bäckereien, an Fotoläden und Brautshops. Und dann nach der Brücke zunehmend an billigeren Supermarktketten, Drogerien und Secondhand-Läden des Roten Kreuzes. Noch weiter die Straße entlang an arabischen Kleiderläden, türkischen Gemüseverkäufern und Dönerbuden.

Bis ich schließlich direkt am Friedhof auf den Jagtvej stieß. Den bin ich dann kurz entlang. Denn der Jagtvej ist schon lange kein Weg mehr, sondern eine dichtbefahrene Straße. Weiter in eine kleine grüne Nebenstraße und dann langsam zurück. Die Guldbergsgade wirkt wie ausgestorben, währen da nicht die vielen vielen Radfahrer, die aus der Stadt von der Arbeit kommen oder hineinfahren zum ausgehen, den immerhin ist es Freitag nach 17 Uhr. Alle anständigen Menschen sind beim Essen, denn die Menschen auf den Rädern sind ausschließlich junge Studenten.

Hier in der Seitenstraße parken viele schöne Autos: Audis, Mercedes, VW Golf; aber keine Rostlauben. Man merkt das alte Arbeiterviertel ist nicht mehr ganz billig, es gibt nur noch ein oder zwei kleine Märkte, die vierundzwanzig Stunden auf haben. Die Muslima, die mir begegnet sieht gehetzt aus. Aber aus der Eckkneipe hört man schon Stimmen. Also doch nicht so ausgestorben.

Die Häuser sehen alle gleich aus, auch wenn das Viertel durch die großen Straßen und die vielen Bäumen nicht nach Arbeiterviertel aussieht. Irgendwas aus dieser Zeit ist doch hängen geblieben. Und man kann noch sehr gut sehen, in welcher Zeit die Umgebung entstanden ist. Die Bunker sind zwar versiegelt, aber noch nicht aus der Welt. Diese Bunker wurden noch vor dem ersten Weltkrieg erbaut.

Zurück auf "dicht" befahrene Radfahrerstraße, auf der anderen Straßenseite eilt ein junges Paar mit Kind zu einer privaten Verabredung: er in Jeans und Jackett das Kind in eine einfache Decke gewickelt im Arm; sie im Pelzmantel mit Sektflasche in der Hand. Gegenüber dem Hauseingang in dem sie verschwinden, ein Haus mit Gartenlaube, die als Probewand für Graffitis gebraucht wurde.

So langsam nähere ich mich wieder den Straßen, wo nicht nur gewohnt sondern auch verkauft wird. 24h-Laden, neben Secondhand-Laden und dem ersten Shop eines jungen Modedesigners. Die Friseuse sitzt noch hinter der Kasse und macht Abrechnung. Gleichzeitig geht die Sonne unter und das staatliche dänische Radio DR baut in der Disko RUST gerade sein Equipment auf. Davor stehen drei große Übertragungswägen mit ausgefahrenen Antennen und am St. Hans Torv ist noch gar nichts los.
Der St. Hans Torv ist einer der Plätze für Nachtschwärmer in Kopenhagen und von ihm weg führt die Elmengade, hier gibt es einige schräge Kneipen, etwa "The Laundromat Café" (Café und Waschsalon in einem) und viele Sushi-Bars, außerdem das Øl, wo auch das Bier vieler kleiner dänischer und internationaler Brauerein ausgeschenkt wird.
Mitten über der Straße hängt ein Gummientchen in der Luft.
Und dann ist man schon wieder auf der Nørrebrogade im abendlichen Freizeitverkehr Richtung Innenstadt.

PS: Hier noch ein paar Bilder meines Ausflugs:

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Bücherfresser @ RUC

Worüber man sich so alles freuen kann …
Heute habe ich mich mal wieder in die UB verirrt! Das ist hier wirklich selten der Fall, weil wir in den meisten Fällen die Texte für die Kurse kopiert oder per Mail zu geschickt bekommen.
Aber heute wie gesagt ein kleiner Ausflug in eine UB in der es nach Tübinger Maßstäben keine Bücher gibt.


Vielleicht denkt ihr jetzt: Dann haben die Insitute wahrscheinlich große Bibliotheken. Aber falsch gedacht: die Insitute haben gar keine Bibliotheken, denn die Dänen kaufen sich die meisten Bücher selbst oder haben Reader oder bekommen die Sachen so wie ich ausgehändigt oder zugeschickt.
Und da man hier außer seinem PROJEKT auch keine Hausarbeiten schreibt, braucht man auch keine Bücher.
Warum freue ich mich also so? Weil es hier Bücherfresser gibt …

Diese Automat frisst Bücher und das geht so …

… Buch in den Schlitz einführen, der passt sich dem Buch an.

Und da geht es hin …

… wohin - keine Ahnung! Aber man bekommt eine Quittung.

Sonntag, 28. September 2008

Ab- und Aufrunden

Wenn man in Dänemark einkaufen geht, wird oft aufgerundet oder gegebenfalls auch mal abgerundet, aber eher selten. Denn im dänischen Staat ist die kleinste Münze das 25 Øre-Stück, aber nur noch bis Mittwoch. Am 01. Oktober 2008 wird die 25 Øre-Münze nämlich abgeschafft und dann gibt es nur noch das 50 Øre-Stück und Kronen.

Wie das beim Einkaufen aussieht: als ich z. B. heute einkaufen war (in Dänemark kann man Sonntags im Supermarkt einkaufen), hatte ich eine Rechnung von 128, 10 DKK (Dänischen Kronen), bezahlt habe ich aber nur 128 DKK - der Betrag wurde abgerundet. Das entspricht etwa 17 €.

Wenn jetzt aber die 25 Øre-Münze verschwindet, wird das auf- und abrunden noch verschärft. Denn ab Mittwoch werden Beträge wie 10, 70 DKK auf 10, 50 abgerundet, aber 10,77 DKK werden jetzt auf 11 aufgerundet.
Bin schon sehr gespannt, wann auch das letzte Øre-Stück abgeschafft wird.

Samstag, 27. September 2008

U-Bahn fahren

Nachdem ich euch gestern über das Zugfahren in Dänemark berichtet habe, will ich heute von meinen Erfahrungen mit der Kopenhagener U-Bahn erzählen und zeigen.
Die Kopenhagener Metro liegt tief unter der Stadt.


Zwei lange Rolltreppen muß man hinunter fahren und dann steht man auf dem Bahnsteig, aber hinter verschloßen Glastüren. So kann sich keiner vor der Zug werfen, den die Kopenhagener Metro fährt ohne Fahrer.
Die Metro Kopenhagen hat zwei Linien, die beide von West nach Ost führen und vor allem dazu dienen die Innenstadt Kopenhagens zu vernetzen.
Da die Metro wie gesagt ohne "Piloten" auskommt, erlaubt das dem Mitfahrenden ganz vorne zu sitzen und die Fahrt unter den belebten Straßen Kopenhagens direkt mit zu erleben.



PS: Ein Hinweis zur ZDF Mediathek: Roms Unterwelt-Schatzsucher in Zeitnot in der Suche eingeben. Ein sehr interessanter Bericht über die Probleme beim Bau einer U-Bahn wie der Kopenhagener, nur noch schwieriger. Immerhin geht es um Rom!

Zugfahren in Dänemark

Eigentlich wollte ich euch dieses eine Video zeigen. Viel ist darauf nicht zu sehen, nur wie Menschen, vor allem Studenten, dem Treppenausgang des Bahnhofs Trekroner in Dänemark zu streben, aber leider ist das Video auf der Universitätshomepage nicht mehr zu finden. Eigentlich also kein besonders interessantes Video, aber die Studenten laufen direkt am Gleis.

In Deutschland wäre das kein Problem, weil Züge, die durchfahren werden angekündigt, und bremsen außerdem ab bevor sie durch einen Bahnhof fahren.
In Dänemark spart man sich das, die Züge werden weder angekündigt noch bremsen sie ab. Das ist manchmal sehr gefährlich.

Besonders aufgefallen ist mir das, als eine Gruppe Kleinkinder mit mir am Bahnhof stand bzw. saß. Denn die Erzieherinnen ließen die Kleinen sofort in die Mitte des Bahnsteigs hinsetzten nachdem sie angekommen waren und das war auch richtig so, denn wie immer schoßen die Züge nur so vorbei.

Ein weiteres Phänomen der dänischen Bahn ist, das hier häufig Züge gestrichen werden. Dann steht einfach cancelled auf der Ankündigung. Besonders Samstags und Sonntags fallen viele Züge aus, also dann wenn eh schon nicht viele fahren.

Des weiteren unterscheidet sich auch die Innenausstattung dänischer Züge sehr von deutschen. Zum einen gibt es auch in Regionalzügen absolute Ruhebereiche, in denen es nicht gestattetet ist auch nur einen Pips zu sagen, und zum anderen gibt es Kaffeeautomaten auch in RBs.


Außerdem gibt es in dänischen Zügen am Platz keine Mülleimer, sondern Plastiktüten.


In diese packt man seine Abfälle und wirft die Plastiktüte dann auf dem Bahnsteig oder im Vorraum in einen der großen Mülleimer weg. Ironischerweise steht auf den Tüten folgendes:

dt. Nimm den Zug - senke deinen CO2-Ausstoß

Gut das in Dänemark nächstes Jahr die UN Klimawandel Konferenz zu Gast ist. Mal sehen, was das hier alles verändert.